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Radevormwald
Sana investiert weiter ins Krankenhaus

Radevormwald: Sana investiert weiter ins Krankenhaus
Bernd Siegmund, neuer Geschäftsführer des Sana Krankenhauses, mit der stellvertretenden Ambulanzleiterin Esra Yesilóz in einem der neuen Ambulanzräume. Drei sind umgebaut, die drei weiteren folgen bald. FOTO: Peter Meuter
Radevormwald. Bernd Siegmund ist seit Jahresbeginn neuer Geschäftsführer des Sana Krankenhauses. Zwar ist das Haus selbstständig, trotzdem gibt es weiter eine sehr enge Vernetzung mit Sana in Remscheid. Veränderungen gibt es in der Ambulanz. Von Wolfgang Scholl

Fünfeinhalb Jahre nach der Übernahme hat die Sana AG dem Rader Krankenhaus offiziell wieder ein Stück Selbstständigkeit mehr gegeben. Bernd Siegmund, früher Leiter des kaufmännischen Controllings und seit 2015 kaufmännischer Direktor, hat die Geschäftsführung übernommen. Der gebürtige Mittelfranke möchte das Haus weiterentwickeln und seine Angebote über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen.

Dabei hat er inzwischen erfahren müssen, dass das Rader Krankenhaus zwar eine enge räumliche Anbindung zum Beispiel nach Remscheid hat, zuständig für zahlreiche organisatorische Fragen aber der Oberbergische Kreis ist. "Aber auch da werden wir Wege der Kommunikation finden", sagt Siegmund. Statt einer weiteren Behandlung in der Stiftung Tannenhof in Lüttringhausen liegen im geriatrischen Bereich die nächsten Betten für Rade in Oberberg in Lindlar.

Die Altersmedizin ist weiter ein Teilbereich mit wachsenden Zahlen. Das ist die Abteilung, die dem Krankenhaus vor zehn Jahren wahrscheinlich den Erhalt gesichert hat und vor der Übernahme das Interesse der Sana AG weckte. Die geriatrische Abteilung ist inzwischen auf 60 Betten angewachsen, Chirurgie und Innere Medizin haben jeweils 40 Betten.

Im vergangenen Jahr hat Geriatrie-Chefarzt Dr. Martin Glasneck nach sieben Jahren größerer Aufbauarbeit das Haus verlassen und eine neue Herausforderung gesucht. In knapp drei Wochen wird Chefarzt Dursun Arslan die Abteilung übernehmen. Er war bisher Chefarzt der Geriatrie im Helios-Krankenhaus von Attendorn. "Das wird für uns wieder eine Art Neustart", sagt Bernd Siegmund. Er sieht wie der neue Chefarzt in der Altersmedizin weiteres Wachstumspotenzial. Die Vernetzung mit dem Trägerverein "aktiv55plus", dessen Vorsitzender der Medizinische Direktor Dr. Reinhold Hikl ist, sei einer der positiven Ansätze.

Dazu kommt, dass sich die Sana AG durchaus vorstellen kann, in Zukunft ihr Behandlungsangebot durch einen tagesklinischen Bereich, gerontopsychiatrische Tagesklinik, zu erweitern. Bürgermeister Johannes Mans hatte das vor einiger Zeit ins Spiel gebracht. Festgestellt worden ist inzwischen, dass es im hiesigen Raum einen großen Bedarf, verbunden mit entsprechenden Defiziten, gibt.

Nachdem Sana im vergangenen Jahr den Umbau der Stationen abgeschlossen hat, liegt ein Schwerpunkt jetzt in der kontinuierlichen Geräteerneuerung in den Abteilungen. Dazu kommt der zweite Teil des Umbaus der Notfallambulanz. Drei der sechs Plätze sind bereits modernisiert, die restlichen folgen bald. Verbunden damit werden auch veränderte Diagnostik-Methoden. Noch in diesem Halbjahr wird auch Sana bei der Ersteinschätzung der Probleme des Patienten in der Notfallambulanz auf das Manchester-Triage-System zurückgreifen. "Das ist ein standardisiertes ärztliches Verfahren, bei dem die Behandlungsdringlichkeit sehr schnell festgestellt wird", sagt Sana-Pressesprecherin Barbara Sondras. Je geringer die Behandlungsdringlichkeit, desto länger werden wohl bei großem Patientenandrang die Wartezeiten dauern. So möchte Sana für die Patienten mehr Transparenz schaffen.

Um diese Aufgaben zu erfüllen, sieht der neue Geschäftsführer einen weiteren Bedarf an intensiver Weiterqualifizierung der Mitarbeiter. Sein Haus befinde sich wie andere auch in einem großen Wettbewerb um pflegerisches und ärztliches Personal.

Quelle: RP
 
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