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Radevormwald
Sauerland-Meute zeigt ihren Gehorsam auf der Wiese

Radevormwald. Vorurteile abbauen und demonstrieren, wie interessant ihr Hobby ist - das war die wichtigste Intention der Mitglieder des Schleppjagdvereins Sauerland am Samstag beim Sommerfest, als sie die Türen ihrer Vereinsanlage für Gäste öffneten.

Wenn Dr. Diane Kleinschmidt mit ihren Vereinskameraden zu Pferd unterwegs ist, führen sie rund 20 Hunde mit sich. Die englischen Foxhounds gehorchen dabei auf jedes Kommando, das ihnen die Reiter erteilen. "Es ist kein Problem, wenn wir auf Spaziergänger mit Hund treffen, denn unsere Hunde sind 'fremd Hunde sicher'", erklärt die erfahrene Reiterin. Das und einige andere Verhaltensweisen müssen die Tiere alle drei Jahre bei einer "Betriebssicherheitsprüfung" beweisen. "Wichtig ist nur, dass andere Hunde für die Zeit des Zusammentreffens angeleint sind. So können sie nicht die Flucht vor der Meute ergreifen, denn die könnte das als Signal zum Start für eine Jagd verstehen", sagt die Jagdreiterin.

Weder beim Training noch bei der Jagd werden mit den Hunden lebende Tiere gejagt. "Das ist in Deutschland überhaupt nicht erlaubt", stellt Kleinschmidt klar. Ihre Hunde folgen nur der Spur der Pferde und der ausgelegten Duftspur. Und selbst die hat keinen Wildgeruch, sondern die Foxhounds folgen dem Duft von Anis.

Von der Freundlichkeit der Hunde konnten sich die Gäste ein Bild machen, als die ganze Meute auf die Trainingswiese stürzte. Zunächst begrüßten sie sämtliche Besucher und holten sich so viele Streicheleinheiten wie möglich ab, bevor sie und die Reiter demonstrierten, wie Training und Schleppjagd im Team von Mensch und Hund ablaufen.

Vereinsgründer Helmut Kleinschmidt erläuterte während einer kleinen Vorführung die Arbeit mit den Hunden. Es dauert ein Jahr, bis die Junghunde, die alle aus eigener Zucht stammen, soweit sind, sicher mit der Meute zu laufen. "Wir züchten aber nur für unser eigenes Rudel, keiner unserer Hunde ist für einen Verkauf vorgesehen", muss Diane Kleinschmidt alle enttäuschen, die sich einen Foxhound wünschen. Wird ein Hund zu alt, um an den anstrengenden Jagden teilzunehmen, kann er auf dem Hof der Familie sein Altenteil genießen. Alle Tiere bleiben im Rudel und genießen weiterhin die Zuneigung aller Vereinsmitglieder.

1972 wurde der Schleppjagdverein Sauerland in Kierspe gegründet, seit vielen Jahren lebt die 23-köpfige Meute mit Helmut Kleinschmidt und seiner Familie in Weyer. Auf dem großen Gelände und den umliegenden Wiesen und Wäldern, die sie mit Erlaubnis des Försters und der Genehmigung der Landwirte nutzen dürfen, haben Mensch und Tier für ihr Hobby optimale Bedingungen.

Die rund 90 Mitglieder des Vereins ermöglichen durch ihren Einsatz und die Vereinsbeiträge, die große Anzahl von Hunden zu halten, denn allein vier Tonnen Futter vertilgen die Vierbeiner jährlich. "Wir würden uns freuen, wenn sich wieder mehr Menschen für unseren Sport begeistern könnten, aber wir wissen auch, dass eine so zeitintensive Freizeitbeschäftigung nichts für Jedermann ist", weiß Geschäftsführerin Claudia Flock.

(gedi)
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