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Radevormwald
Schnäppchen jagen auf der Oststraße

Radevormwald: Schnäppchen jagen auf der Oststraße
Richtig was los an der Oststraße: 150 Stände reihten sich beim Flohmarkt dicht an dicht aneinander. Und die Schnäppchenjäger kamen reichlich. FOTO: schütz
Radevormwald. Zum Abschluss des "Ferienspaß" gab es den Kinderflohmarkt in der Innenstadt. 150 Verkaufsstände reihten sich an der Ost- und seinen Nebenstraßen dicht aneinander und boten das, was im Kinderzimmer keine Verwendung mehr findet. Von Cristina Segovia-Buendía

Kenner der Flohmarktszene waren am Samstag schon früh auf den Beinen: Offiziell startete der Verkauf zwar erst um 7 Uhr, doch bereits um 5.30 Uhr waren einige schon vor Ort, um ihren Stand aufzubauen und vorzubereiten, berichtete Thomas Thoene vom Jugendamt, der den Ferienspaß federführend mitorganisiert hat. Abgesehen von der Verkleinerung und der - bedingt durch die Baumaßnahmen in der Innenstadt in den vergangenen Jahren - Umsiedlung an die Oststraße, schlenderten wie gewohnt Hunderte Menschen, vor allem junge Eltern mit ihren Sprösslingen, vergnügt über den bunten Flohmarkt.

Neben den köstlich riechenden Waffeln, die vor allem die Kindertageseinrichtungen zubereiteten, fiel inmitten der Oststraße ein ellenlanger Tisch auf, auf dem sich fein säuberlich zusammengefaltete bunte Anziehsachen stapelten. Dieser Stand gehörte der siebenjährigen Lara, die beim Verkauf von Mama Nadine Schürmann unterstützt wurde. Mutter und Tochter machten dieses Jahr zum ersten Mal als Standbetreiber beim Kinderflohmarkt mit. Sie hatten sich gegen 7.30 Uhr positioniert.

"Meine Tochter wollte dieses Jahr unbedingt mitmachen, also stehen wir jetzt hier", sagte die Mutter, kurz nachdem sie erfolgreich einen ganzen Stapel Klamotten verkauft hatte. Lara hatte keine Probleme, sich von ihren Anziehsachen zu trennen. Sie würde ja ohnehin nicht mehr hineinpassen. Außerdem waren die Stücke längst aussortiert worden und lagerten, verpackt in Kartons, im heimischen Keller. Von dem erwirtschafteten Geld würde Lara neue Outfits bekommen, erklärte Schürmann. "Für die Kinder ist der Trödel hier wirklich schön gemacht."

Till (12) wusste genau, wie er seine alten Spielsachen an die Kundschaft zu bringen hatte: Wann immer sich jemand seinem Stand näherte und Interesse an einen seiner zahlreichen Bücher, Puzzle oder Brettspiele zeigte, preiste Till das Produkt gekonnt an. "Ich nenne immer zuerst einen höheren Preis und gehe dann langsam runter", erklärte der Zwölfjährige seine Flohmarktstrategie. Aber billig verscherbeln will er seine Spielsachen auch nicht. "Ich gehe immer nur bis zu einer gewissen Grenze mit dem Preis runter, und wenn sie es trotzdem nicht kaufen wollen, dann bleibt es hier." So wie ein kleiner Kinder-Computer, dessen Preis ein Vater anfragte. "20 Euro", sagte Till. Als der Vater sich unschlüssig zeigte, setzte der Zwölfjährige nach. "15 Euro wäre mein letztes Angebot, denn der Computer ist echt gut und in einem sehr guten Zustand." Der Interessent lehnte ab. "Ich überlege mir das noch mal", sagte er, verabschiedete sich und setzte seine Schnäppchenjagd fort. Till blieb gelassen. Irgendjemand würde sich für das gute Stück schon jemand finden.

Auch der zehnjährige Dustin hatte mit Mutter Yvonne Mollenhauer Platz im Kinderzimmer geschaffen und verkaufte seine Spielsachen. Ob es ihm nicht schwerfalle, sich von seinen Sachen zu trennen? "Nö, ich habe eh nicht mehr damit gespielt." Die Einnahmen vom Verkauf wolle er nicht sofort in neue Spielsachen investieren, sagte er: "Ich werde es lieber sparen."

Ferienspaß Die große Ferienaktion der Stadt endet heute, Montag, 22. August, 11 bis 16 Uhr, mit einem offenen Abschlussfest am Hölterhofer Spielplatz - und vielen Spiel- und Bastelangeboten.

Quelle: RP
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