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Radevormwald
Schüler interpretieren Dürrenmatt modern

Radevormwald: Schüler interpretieren Dürrenmatt modern
Die letzten Proben für die große Aufführung heute Abend: Der Literaturkursus der elften Klassen präsentiert das Stück "Romulus der Große" von Friedrich Dürrenmatt. Ein halbes Jahr haben sich die 21 Schüler intensiv vorbereitet, Texte gelernt, am Ausdruck gearbeitet, das Zusammenspiel geübt. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Ein halbes Jahr lang haben die Teilnehmer des Literaturkursus am Theodor-Heuss-Gymnasium für die Aufführung von "Romulus der Große" geprobt. Heute Abend hebt sich der Vorhang für die Premiere in der Aula an der Hermannstraße. Von Wolfgang Weitzdörfer

Aufgeregt geht es zu in der Aula des Theoder-Heuss-Gymnasiums. Freudige Anspannung liegt in der Luft. Der Literaturkursus der elften Klassen befindet sich in der heißen Phase. Heute Abend wird das Stück "Romulus der Große" von Friedrich Dürrenmatt aufgeführt. Ein halbes Jahr lang haben sich die 21 Schüler intensiv vorbereitet, haben Texte gelernt, am Ausdruck gearbeitet, das Zusammenspiel geübt. Da ist Aufregung nicht ungewöhnlich. Dennoch merkt man, dass sie sich freuen.

Das findet auch Deutsch- und Geschichtslehrer Carsten Krause, der den Kursus seit 2011 betreut. "Den Schülern macht es viel Spaß. Und auch wenn bei so manchem der Text erst bei der Aufführung richtig sitzt, oder theoretische Dinge erst dann abgerufen werden, ist es die Hauptsache, dass es klappt." Krause kann sich über mangelnden Zuspruch nicht beklagen. "Viele Schüler wählen den Literaturkursus, weil sie gerne auf der Theaterbühne stehen und spielen wollen", sagt der Pädagoge. Theoretisch könnten die Schüler sich auch für eine Filmproduktion entscheiden, aber das Theaterspiel sei für viele der Favorit.

Victoria Berger spielt die Julia. Die 17-Jährige hat sich für Literatur und gegen Kunst oder Musik entschieden, weil sie für sich persönlich etwas ausprobieren wollte. "Ich bin ein recht schüchterner Mensch und dachte mir, dass das Theaterspielen eine gute Gelegenheit sein könnte, zu lernen, wie ich mehr aus mir herauskommen kann." Das sei zwar recht schwer gewesen, klappe mittlerweile aber recht gut. "Ich habe auch keine Probleme mehr damit, vor meinen Mitschülern zu sprechen", sagt die 17-Jährige. Ihre Rolle habe sie direkt bekommen, wohingegen bei anderen Rollen das Los entschieden habe. "Es sollen möglichst alle Schüler möglichst viel auf der Bühne sein können", sagt Krause. Daher habe man die Hauptrolle des Romulus auf drei Schauspieler - für jeden Akt einen - aufgeteilt.

Für den 17-jährigen Merlin Dörner war die Wahl klar: "Ich bin einfach grottig in Musik und Kunst", sagt er schmunzelnd. Ihm gefalle vor allem die Unterrichtsform, die viel offener sei als der normale Frontalunterricht. "Außerdem finde ich das Stück auf positive Art sehr komisch. Es ist einfach anders als das, was ich bisher kannte", sagt er.

Die Schüler hätten sich mehrheitlich dafür entschieden, den klassischen Dürrenmatt-Stoff moderner zu gestalten, sagt Krause. "Da kommt der Held, der den Ansturm der Germanen verkündet, nicht auf dem Pferd an, sondern auf dem Fahrrad. Und es bleibt kein Sattel übrig, sondern eine Klingel", erläutert er. Auch die anderen Kostüme seien modern angehaucht - von Burger-King-Krone statt Kaiserkrone bis zum Bademantel statt kaiserlicher Robe. Den theoretischen Unterbau haben sich die Schüler im ersten Halbjahr angeeignet. "Da gab es Schauspielunterricht: Wie spricht man richtig? Wie schauspielert man? Das Erlernen der Grundfertigkeiten eben", sagt Krause.

Im Dezember wurde das Stück ausgewählt. "Die Wahl war knapp. Der 'Romulus' hat 14 Stimmen bekommen, danach kam 'Alice im Wunderland' mit nur einer Stimme weniger", sagt der Lehrer. Und da die Teilnehmer eher etwas Modernes spielen wollten, wurde die Handlung aus dem Weströmischen Reich in modernere Zeiten verlegt.

Quelle: RP
 
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