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Theodor-Heuss-Gymnasium
Schüler spielen tiefgründiges Stück

Radevormwald. RADEVORMWALD (sebu) Der Literaturkursus des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) hat lange geprobt und brachte das Werk "Hotel zu den zwei Welten" des französischen Autors Éric-Emmanuel Schmitt auf die Bühne. Die Schüler unterhielten damit nicht nur das Publikum in der Aula, sondern regten gleichzeitig dazu an, auf verschiedenen Ebenen über Leben und Tod, Sinn und Nutzen der eigenen Existenz nachzudenken. Ein gelungener Theaterabend mit einigen jungen Talenten, die sich durchaus öfters auf der Bühne austoben könnten.

Lediglich ein halbes Schuljahr hatten die Q1-Schüler des Literaturkursus am THG das tiefgehende Stück einstudiert, dass sie am Freitagabend in der Aula, unter der Leitung von Lehrerin Gabriele Nath, erfolgreich aufführten. Vor einer undefinierten Kulisse einer Hotel-Lobby und allesamt mit OP-Kitteln in unterschiedlichen Farben gekleidet, nahm das Stück seinen Lauf.

Das "Hotel zu den zwei Welten" ist eine Zwischenstation zwischen Leben und Tod. Hier treffen unterschiedliche Charaktere aufeinander, die auf der Erde im Koma liegen. Im Hotel spüren sie keine Schmerzen und warten darauf, wieder ins Leben geholt zu werden oder mit Engeln per Aufzug in den Himmel zu fahren. Während der Warterei kommen die Hotelgäste dazu, intensiv über sich selbst, ihre Taten und ihr Leben nachzudenken, erkennen den Wert des Lebens, wünschen sich zum Teil eine zweite Chance.

Julien Portal, eine der Hauptrollen, gespielt von Leander Feldhoff, ist ein unzufriedener Journalist. Im Koma liegt er, weil er betrunken gegen einen Baum gefahren ist. Selbstmord glauben die meisten, doch Portal beteuert, dass es ein Unfall war. Er wollte sich nicht umbringen, obwohl ihm das Leben nicht viel wert ist. Bis er die lebensfrohe Laura (Carina Priewe) im Hotel kennenlernt. Eine junge Frau, die schon seit Kindertagen kränkelt, nicht richtig gehen kann und dennoch Spaß am Leben hat. Dem Tod ist sie bereits einige Male von der Schippe gesprungen, diesmal ist es ihr schwaches Herz, das sie in die Zwischenwelt brachte. Portal verliebt sich und schöpft durch sie neuen Lebensmut. Er wünscht sich ein Leben mit ihr. Bei diesem Wunsch wird ihnen schließlich Hotelgast Radschapur, ein selbst ernannter Magier und Jahrmarkt-Wahrsager, am Ende des Stückes behilflich sein. Er opfert sich, um ihr sein Herz zu spenden.

Die sympathische Figur, wunderbar verkörpert durch den sehr talentierten Robin Köster, ist das Bindeglied zwischen Portal und den anderen Gästen, denn er ist am längsten einquartiert, kennt den egoistischen Präsidenten Delbec (von mehreren Schülern gespielt), oder die liebenswerte Putzfrau Marie Martin, die sich jahrelang für ihre Familie geopfert hatte. Radschapur entpuppt sich als weiser Mann, Lebenskünstler und Menschenkenner.

Am Ende des Stückes ist es wie im wahren Leben auch: Einige werden zu früh aus dem Leben gerissen, andere bekommen eine zweite Chance. Was bleibt, ist die Frage nach dem Sinn, der die Zuschauer, nach diesem grandiosen und fesselnden Auftritt wohl noch länger beschäftigte.

Quelle: RP
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