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Radevormwald
"Schwarze Perlen" werden immer populärer

Radevormwald: "Schwarze Perlen" werden immer populärer
Anmut in Perfektion: Das vor allem in Bewegung kraftvolle Erscheinungsbild und der beeindruckende Behang faszinieren Pferdefreunde bei den Friesen immer wieder. Auf dem Hof Finkensiepen in Radevormwald leben Frans, Jeroen und Zorro. FOTO: einig-coenen
Radevormwald. Die Radevormwalderin Annegret Einig-Coenen hält auf ihrem privaten Hof in Finkensiepen drei Friesen - auch für die Dressur. Von Beate Wyglenda

Sie gehören zur ältesten Pferderasse Europas und sind unter Pferdefreunden als die "Schwarzen Perlen" bekannt. Doch nicht nur wegen ihres imposanten Aussehens ist die Radevormwalderin Annegret Einig-Coenen von Friesen begeistert. "Die Pferde sind sehr menschenbezogen, charakterstark und sanftmütig. Wenn sie ihren Menschen gefunden haben, gehen sie mit ihm durch dick und dünn", sagt sie. Als stellvertretende Vorsitzende des Verbands "Deutsche Friesenpferde in Zucht, Sport und Freizeit" (DFZ) engagiert sie sich seit Jahren dafür, dass die schwarzen Pferde mit der üppigen Haarpracht in der Bundesrepublik bekannter werden.

"Von ihrem Exotenstatus sind Friesen runter, weltweit gibt es wieder 70.000 Tiere", sagt die Freizeitreiterin. "Schon an der Größe des Verbandes mit 1500 Mitgliedern ist aber zu erkennen, dass Friesen in Deutschland noch immer in keiner großen Zahl gehalten werden." Was wenige wissen: Zeitweise waren Friesen vom Aussterben bedroht.

Noch im 18 Jahrhundert galt die aus der namensgebenden Provinz Friesland (Niederlande) stammende Rasse dank ihres majestätischen Aussehens als bevorzugtes Kutschpferd. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden Friesen aufgrund ihres stämmigen, muskulösen Körpers gerne als landwirtschaftliche Arbeitstiere genutzt. Doch als Friesenpferde im 19. Jahrhundert zunehmend aus der Mode kamen, wurde die Zucht der reinen friesischen Pferde vernachlässigt. Bereits 1910 war der Hengstbestand auf vier Pferde geschrumpft. "Es war einer Hand voll friesischer Bauern zu verdanken, dass diese Pferderasse nicht ausgestorben ist", sagt Annegret Einig-Coenen. Die Züchter hatten erkannt, dass Friesen nicht nur landwirtschaftliche Arbeitstiere waren, sondern auch ein Stück niederländische Geschichte. Damit setzten sie sich für die Rettung der schon in der Antike von dem Historiker Tacitus und Julius Cäsar erwähnten Pferde ein.

Die Bestände erholten sich wieder, einen Einbruch gab es nochmals in den 1960er Jahren mit dem Siegeszug landwirtschaftlicher Maschinen. Doch erst Anfang der 1980er erreichte die Pferderasse auch außerhalb der niederländischen Grenzen wieder größere Bekanntheit.

"Maßgeblich dazu beigetragen hat die Pferdesportmesse Equitana", sagt Einig-Coenen. Ein Schwerpunkt der Messe liegt auf der Präsentation exotischer Pferderassen. Auch Einig-Coenen hat die "Schwarzen Perlen" als junge Frau bei der Messe kennengelernt. "Ich wusste vorher nichts über Friesen, aber als ich sie sah, war ich auf Anhieb begeistert", sagt sie. "Dieses, vor allem in Bewegung, kraftvolle Erscheinungsbild, der beeindruckende Behang - das war ein Wow-Erlebnis, und ich habe mich sofort entschieden, wenn ich mal Pferde haben sollte, dann Friesen." Zehn Jahre hat es gedauert, bis sich Einig-Coenen ihren Traum erfüllen konnte. Heute hat die Radevormwalderin drei Friesen auf dem privaten Hof stehen. Hengst Zorro (25) ist seit 22 Jahren in Familienbesitz, Wallach Jeroen (21) seit mehr als 19 Jahren. Und Frans ist vor sieben Jahren sogar auf dem Hof geboren worden.

Vor allem zum Freizeitreiten und für private Kutschfahrten dienen die Pferde auf dem Hof Finkensiepen. Der "Kleine", Frans, hat 2016 auch seinen ersten Dressur-Cup mit fünf Turnieren mit dem fünften Platz absolviert. "Uns geht es vor allem um den Spaß", sagt Einig-Coenen. "Doch im DFZ ist es neben Lehrgängen und Zuchtschauen ein Schwerpunkt der Arbeit, Friesen im Reitsport voranzubringen." Moderne Friesen werden heute daher auch langbeiniger und schmaler gezüchtet und sind gut fürs Dressurviereck geeignet. Letztlich steuert gerade ihre Dressurveranlagung zu der erneuten Popularität der Pferde bei.

Quelle: RP
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