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Radevormwald
Seit 50 Jahren auf der Pflaumenkirmes aktiv

Radevormwald. Zum 519. Mal findet das große Fest statt. Es bietet für alle Generationen ein reichhaltiges Angebot. Von Wolfgang Weitzdörfer

Für den 76-jährigen Erich Merken ist die 519. Pflaumenkirmes eine ganz besondere: Der Wuppertaler, der mit seiner Frau Gitta die Waffelbäckerei Andersen betreibt, ist seit 50 Jahren auf der Traditionskirmes dabei. "1965 habe ich meine Frau im Januar kennengelernt - im Spätsommer war ich dann zum ersten Mal mit einem Stand auf der Pflaumenkirmes", erinnert sich Merken und schmunzelt. Damals noch im alten Wagen, der 1970 ersetzt werden musste. Nach 80 Dienstjahren kein Wunder. Denn Andersens Waffelbäckerei gibt es schon viel länger, mehr als 125 Jahre. "1933 hat mein Schwiegervater die Firma gekauft, mit der Auflage, sie unter dem alten Namen Andersen weiterzuführen", erzählt der 76-Jährige, der nicht daran denkt, aufzuhören.

Der neue Wagen hat die Dinge vereinfacht, sagt Merken, an dessen Stand es süße Leckereien gibt. "Früher betrug die Aufbauzeit mehr als zehn Stunden, heute sind es unter vier. Außerdem ist der Wagen viel stabiler", sagt er. Merken erinnert sich an eine Pflaumenkirmes Ende der 1960er Jahre: "Da war ein derartiger Sturm, dass wir am Donnerstagabend herkommen mussten, um den Wagen anzubinden, damit er nicht wegfliegen kann."

Merkens Ballen, Apfelringe, Waffeln und Mutzen genießen im Bergischen Land einen guten Ruf. So gut, dass es praktisch der letzte Wunsch einer 100-jährigen Dame aus Remscheid war, noch einmal einen solchen Ballen essen zu können. "Damals waren wir mit dem Wagen in Lennep. Die Remscheider Taxi-Zentrale hat die Dame kostenlos aus ihrem Seniorenheim zu uns gebracht, wir haben dann einen kleinen Pavillon für sie aufgebaut, der Schützenverein hat Musik gemacht - und sie hat ein paar Ballen genießen können. Ihre Freude hat mich sehr gerührt", sagt der Waffelbäcker.

Aber auch sonst gibt es viel zu erleben auf der 519. Pflaumenkirmes. Am Marktplatz könnte der Unterschied zwischen den Fahrgeschäften kaum größer sein: Auf der einen Seite das Kinderkarussell, auf dem sich die Kleinen in Feuerwehrauto und Polizeiwagen munter im Kreis drehen - lautstarkes Gelächter inklusive, etwa vom sechsjährigen Marvin, der mit den Eltern und seiner jüngeren Schwester Anne auf die Kirmes gekommen ist: "Noch mal, noch mal!", ruft der Junge mit strahlenden Augen.

Gleich daneben ragt das "Extrem" über 42 Meter hoch in den Rader Himmel. Bei einer Drehgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometer ist das Gekreische der bis zu acht Passagiere pro Fahrt weit über den Marktplatz hinaus zu vernehmen.

Auto-Scooter können die Besucher auf dem Hohenfuhrplatz fahren, sich im "Aqua King" im simulierten Wellenreiten üben, während das "Hupferl", ähnlich wie das eine oder andere Kölsch an den Imbissständen an der Hohenfuhrstraße, für die eine oder andere Umdrehung mehr sorgte. Auch auf der Bühne vor der Sparkasse war einiges geboten: Puppenspiel am Samstagnachmittag, "Phil Ze Loud" mit Rock- und Blues-Klassikern am Samstagabend. Die Bands "Something Sweet" und "Airbag" rockten gestern in die Nacht hinein. Und heute gibt es zum Ausklang ab 19.30 Uhr mit der Gruppe "Treibsand" Cover-Songs auf die Ohren.

Quelle: RP
 
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