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Radevormwald
Sekundarschule mit fünf Eingangsklassen

Radevormwald: Sekundarschule mit fünf Eingangsklassen
So wie hier die Schüler in Alpen am Niederrhein freuen sich auch die neuen Sekundarschüler in Radevormwald auf ihren ersten Schultag. Die neue Schulform in der Bergstadt soll fünf Eingangsklassen bilden. FOTO: armin fischer (archiv)
Radevormwald. Nach der Gründung der neuen Schule sind die Reaktionen in Politik und Wirtschaft sehr positiv. Auch Bürgermeister Johannes Mans ist voller Tatendrang. Er will so schnell wie möglich eine Sondersitzung des Stadtrates einberufen. Von Joachim Rüttgen

Nachdem 100 Eltern ihre Kinder an der neuen Sekundarschule angemeldet haben, laufen die Vorbereitungen für den Start Ende August auf Hochtouren. Bürgermeister Johannes Mans erhielt gestern E-Mails der Firmen Gira und Kuhn, die ihre Freude über die Gründung ausdrückten. "Wir haben überzeugt, die Leute vertrauen uns, das wir eine gute Schule auf den Weg bringen", sagte er. Gestern Abend beschäftigte sich der Ältestenrat mit der Sekundarschule.

Mans will die Planung offensiv vorantreiben und die Schule mit fünf Eingangsklassen breit aufstellen. "Wir wollen ein attraktiver Schulstandort sein und die gute Ausgangslage nutzen", sagte er. Wahrscheinlich kommende Woche soll sich der Rat zu einer Sondersitzung treffen, um die Fünfzügigkeit zu beschließen. "Dann könnten wir erneut ein Anmeldeverfahren starten, denn es gibt noch weitere Interessenten, die abwarten wollten", sagte Mans. Die Fünfzügigkeit sei ein gutes Fundament - auch für das Zusammenspiel mit dem Kooperationspartner Gymnasium.

Der neue Fraktionsvorsitzende der CDU, Dietmar Busch, bezeichnete die Entscheidung der Eltern als "hervorragend und gut für Stadt und Schullandschaft". Für die Schüler wäre ein erneutes Scheitern der Sekundarschule katastrophal gewesen. "Unser Hauptziel war es, dass künftig kein Schüler reisen muss", sagte Busch. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dietmar Stark sprach von einem "großartigen und wunderbaren Ergebnis". "Wir sind der festen Überzeugung, dass die Sekundarschule die Schulform der Zukunft ist", sagte er. Auch die Fünfzügigkeit sei ein starkes Zeichen.

Für Rolf Ebbinghaus (AL) ist wichtig, dass Rade ein vollständiges Schulangebot braucht. "Wir verlassen das Rumpfangebot des dreigliedrigen Schulsystems und bekommen eine Form, die das längere gemeinsame Lernen ermöglicht", sagte er. Damit hätten die Eltern eine "hervorragende Entscheidung" getroffen. Ebbinghaus forderte aber auch, dass jetzt der Schulkampf beendet werden müsse. "Die aufgeworfenen Gräben müssen zugeschüttet und der Blick in die Zukunft gerichtet werden", sagte er. Die auslaufende Realschule dürfe künftig nicht als Stiefkind behandelt werden. Die Schulform habe auch weiter ihre Berechtigung.

Elisabeth Pech-Büttner (Bündnis 90/Die Grüne) ist froh, dass der Krimi um die Schullandschaft sowie das Zittern und Bangen nach dem ersten Flop 2014 endlich vorbei ist. "Wichtig ist uns, dass alle Schüler in Rade unterrichtet werden können", sagte sie. Auch die Industrie habe ein klares Bekenntnis zur Sekundarschule abgegeben. Und das deutliche Votum der Eltern beweise, wie überzeugend alle Beteiligten an dem Prozess mitgearbeitet hätten. Die Realschule stürzte gestern nicht ins Tal der Tränen. "Für uns war das keine Überraschung", sagte Schulleiter Ralf Grünewald. Die Gründung der Sekundarschule sei politischer Wille, und die Entscheidung der Eltern akzeptiere man natürlich. "Wir müssen uns an die Situation gewöhnen, auslaufende Schule zu sein. Das ist ein neues Gefühl", sagte er. Wichtig sei es, mit der Bezirksregierung zu klären, wie das Prozedere ablaufe. Alle 32 Lehrer seien betroffen. Grünewald wird sich nun verstärkt um ein Personalmanagement kümmern und klären, welche Lehrer noch gebraucht und welche freigestellt werden.

Natürlich seien die Kollegen enttäuscht, er habe in viele fragende Gesichter geblickt. "Aber jedes Ende ist ein Anfang, und wir haben eine Verantwortung für unsere Schüler", sagte Grünewald. Er hoffe, dass das Kollegium vielleicht noch ein Schuljahr zusammenbleiben könne, denn durch Zuzüge, Flüchtlingskinder und Schulwechsler werde sich die Schülerzahl von derzeit 515 auf höchstens 470 nach den Sommerferien verringern. Der jetzige Jahrgang zehn an der Realschule sei nämlich mit 65 Schülern einer der kleinsten der vergangenen Jahre.

Quelle: RP
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