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Radevormwald
Senioren schnibbeln fürs Schulbuffet

Radevormwald: Senioren schnibbeln fürs Schulbuffet
Käthe Müller, Elke Urban und Irmgard Klever (vorne v. l.) schnibbeln Obst und Gemüse für die Kinder der Verbundschule Bergerhof. Betreuungsassistentin Martina Schüler (hinten r.) vom SWZ begleitet die Aktion. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. An der Verbundschule Bergerhof gibt es seit gestern ein vom Förderverein organisiertes Schulobstprogramm. Durch die Hilfe von Bürgerbusverein und Seniorenwohnzentrum Ülfestraße ist es ein generationenübergreifendes Projekt. Von Joachim Rüttgen

Geschickt schneiden Elke Urban (70), Käthe Müller (94), Irmgard Klever (76) und Frank Schmitt (57) das Obst und das Gemüse. Alle haben sich mit normalen Schneidemessern ausgerüstet. "Damit kommen alle besser zurecht als mit Schälmessern", sagt Martina Schüler, Betreuungsassistentin im Seniorenwohnzentrum Ülfestraße. Außerdem würden Obst und Gemüse nur zerkleinert, damit verzehrfertige Fingerfood-Stücke entstehen und Vitamine nicht verloren gehen.

Seit gestern läuft an der Verbundschule Bergerhof ein besonderes Schulobstprogramm: Nachdem es mit der Teilnahme am landesweiten Programm für die Grundschule nicht geklappt hatte, organisierte Marion Zimmermann-Hall, Vorsitzende des Fördervereins, mit engagierten Eltern ein eigenes Projekt für die Schule an der Lessingstraße.

"Nachdem wir ein Jahr am Landesprogramm teilgenommen hatten, wollten Eltern und Kinder nicht mehr auf frisches Obst und Gemüse verzichten. Jetzt sind wir sehr froh, dass das Programm weiter läuft", sagte Schulleiterin Sonja Ebbinghaus. Unterstützt wird sie dabei von Mutter Birgit Siewert.

Gestern um 7.30 Uhr standen die Kisten mit Obst und Gemüse schon vor der Schultür, zwei Stunden später chauffierte der Bürgerbusverein vier Bewohner aus dem Seniorenwohnzentrum zur Schule, damit die Senioren das Obst mundgerecht zerschneiden konnten.

Marion Zimmermann-Hall hatte im Vorfeld Kontakt zum SWZ aufgenommen und das Projekt geplant. "Das war eine ganz spontane Idee, die wir aber unbedingt verfolgen wollten. Denn das Interesse bei den Senioren, etwas für die Schüler zu tun, ist riesengroß", sagte Martina Schüler, die gestern mit Kollegin Ulrike Tolaritsch, die seit 20 Jahren im Sozialen Dienst des SWZ arbeitet, die Aktion begleitete. "Wir sind schon sehr gespannt, wie die Kinder reagieren", sagte Martina Schüler.

Auf alle Fälle freuen sich die Mädchen und Jungen der Grundschule auf die regelmäßigen Obst- und Gemüseportionen. Gestern kam die 4b von Sonja Ebbinghaus als erste Klasse in den Genuss des frisch geschnittenen Obstes. Mit bunten Dankeschön-Karten für die eifrigen Helfer aus dem SWZ stürmten die Kinder das vitaminreiche Buffet, das traditionell an der Fensterfront zum Schulhof aufgebaut wird. "Dann brauchen die Kinder nur noch daran vorbeilaufen und sich bedienen", sagte Sonja Ebbinghaus.

Gestern im Angebot: Paprika, Gurken, Äpfel, Mandarinen und Kohlrabi. Aus hygienischen Gründen arbeiteten die Senioren mit Handschuhen und hatten sich vorher gründlich die Hände gewaschen. "Wir brauchen keinen Gesundheitspass, wohl aber eine Belehrung", sagte Martina Schüler.

Die Senioren hatten Spaß bei der Aktion. "Dann hat man was zu tun und hört und sieht auch mal was anderes", sagte Elke Urban. Jung und Alt sollen generationenübergreifend ins Gespräch kommen. "Es gibt Kinder, die kennen kein Zusammenleben mit Oma und Opa mehr", sagte Ulrike Tolaritsch.

Die Kinder zeigten sich glücklich und dankbar. "Wir mögen am liebsten Äpfel, Gurken, Birnen und Paprika", sagten Lena, Dogan und Shannon übereinstimmend. Und wenn zu viel geschnibbelt wird, darf das Obst auch noch nachmittags in der Betreuung angeboten und muss nicht vernichtet werden. "Mehr als die Hälfte der Kinder bei uns hat sowieso jeden Tag Obst dabei. Aber wenn die Brotdosen nach der ersten Pause leer sind, kommt es gut, wenn die Kinder in der zweiten Pause frisches Obst zusätzlich bekommen", sagte Sonja Ebbinghaus.

Quelle: RP
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