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Radevormwald
Seniorenbeirat arbeitet parteiunabhängig

Radevormwald. Zwei Jahre nach der zweiten Seniorenbeiratswahl und sieben Jahre nach der ersten zieht der Vorsitzende Wolf-Rainer Winterhagen ein Fazit. Es ist ein Bewusstsein für die Arbeit geschaffen. Und: "Wir werden gehört", sagt Winterhagen. Von Wolfgang Scholl

700 Jahre Rade, 70 Jahre NRW, sieben Jahr Seniorenbeirat. Seit dem ersten Tag ist Wolf-Rainer Winterhagen (Liste "aktiv55plus") dessen Vorsitzender. "Wir haben einiges bewirkt und uns ein Bewusstsein für ehrenamtliche Tätigkeit erarbeitet", sagt er. Im Gegensatz zu anderen Kommunen, in denen gesagt wird, es gebe schon ausreichend Über-60-Jährige in den Räten, sei das Gremium in Rade akzeptiert. Vielleicht auch, weil der Beirat vom ersten Tag an zwar politisch, aber nicht parteipolitisch gearbeitet hat. "Das sehen auch die Mitglieder aus den Parteien im Beirat so", sagt er, der nach seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben zusammen mit seiner Frau Roswitha ehrenamtlich weiter aktiv bleiben wollte und in dem Beirat seine Aufgabe fand. "Wir wollen keine ,Grauen Panther' sein, sondern versuchen, die Bedingungen für die Senioren zu verbessern. Wir sehen dabei die Gesamtentwicklung."

Thema sein kann ein abgesenkter Gehweg, der auch für Mütter mit Kinderwagen gedacht ist. "Wir stehen zudem mit Jugendlichen in Kontakt", sagt Winterhagen. Da es zuvor keine "Aktion Weitblick" gab, hat der Beirat die Sozialführerschein-Aktion für die Zehntklässler übernommen und die Schüler in soziale Projekte vermittelt. Dazu gehört das Bewusstsein, dass Senioren nicht alleine auf der Welt sind.

Inhaltlich sieht der Beirat seine Arbeit auf einem guten Weg. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung hat sich eingespielt, man finde inzwischen ein offenes Ohr wie für die barriereärmere Stadt. Jedes Jahr kann der Beirat ein Projekt mit dem Technischen Bauamt umsetzen. Für die Liste gibt es Prioritäten. Neu ist die Überquerungshilfe vor dem Rathaus Hohenfuhrstraße, drei geplante Gehwegabsenkungen an der Keilbecker Straße in Dahlerau stehen an.

Sehr gut angenommen wird inzwischen auch das Seniorenkino mit 80 bis 100 Gästen pro Vorstellung im Corso-Kino. Aktiv möchte sich der Beirat im Demografie-Ausschuss beteiligen. Auch die Ausrichtung der Seniorentage und des Demenztages (in Kooperation mit dem Trägerverein "aktiv55plus") sieht der 68-Jährige als wichtig an.

Gescheitert ist der Seniorenbeirat beim Versuch, den Apotheken- und den Arztnotdienst zu verknüpfen. Nicht gut steht es um das Thema Wohnen. Ein Mehrgenerationenwohnen scheiterte an Investoren. 2017 soll das Thema wieder aufgenommen werden. So plant er ein Projekt mit Schülern. "Wir wollen das Theodor-Heuss-Gymnasium ansprechen." Zäh gestaltet sich das Thema "Bewegung und Sport für Senioren". Hier setzt Winterhagen auf eine Veranstaltung mit dem Kreis- und dem LandesSportBund am 27. August 2017.

Fazit des Beiratsvorsitzenden, der bis 2020 plant: "Man muss Sitzfleisch haben. Oft braucht man länger als gedacht." Und: Für das Ehrenamt sucht er weitere Mitstreiter.

Quelle: RP
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