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Radevormwald
Skat-Stadtmeister kommt aus Schwerte

Radevormwald. Wenn in der Aula der Geschwister-Scholl-Schule bei der offenen Skat-Meisterschaft von Radevormwald der Ruf ertönt: "Ich habe gar kein Herz", bezieht sich das natürlich auf die Farben der Karten auf der Hand und nicht auf den lebenswichtigen Muskel.

In zwei Runden an 15 Tischen mit jeweils vier Spielern trug der Skat-Club "Herz Dame" das inzwischen 36. Meisterschaftsturnier aus - den mit 250 Euro dotierten ersten Preis und den Pokal der Bergischen Morgenpost sicherte sich nach zwei Runden zu je 48 Spielen am Ende Uwe Röhr aus Schwerte.

Mit hochkonzentrierten Gesichtern und aufmerksamen Blicken "kloppten" die Spieler ihre Skat-Runden. "Hier herrschen natürlich die strengen Regeln der internationalen Skat-Ordnung, das ist nicht wie beim Stammtisch in der Kneipe", kommentierte der "Herz Dame"-Vorsitzende Ulrich Zimmermann, der das Turnier seit 36 Jahren federführend organisiert.

Mit den 60 Teilnehmern, darunter etwa ein Viertel weiblich, zeigte sich Zimmermann zufrieden: "Das ist besser als im Vorjahr. Und Skat wird zwar überwiegend von Männern gespielt, ist aber kein reiner Männer-Sport mehr." Teilweise nehmen die Spieler für das Turnier weitere Anreisen in Kauf - sie kommen aus Ennepetal, Köln sowie Aachen und sind immer wieder gerne dabei: So lässt Gerhard Köhler aus Witten seit 36 Jahren keine Skat-Meisterschaft in Radevormwald aus - er landete in der Einzelwertung letztlich auf dem 31. Platz.

Allerdings: Ein Teilnehmer-Feld mit annähernd 300 Spielern wie es das früher einmal gab, gehört längst der Vergangenheit an. "Auch wir haben im Skat ein Nachwuchs-Problem. Vielen älteren Skat-Fans ist es inzwischen schlicht zu anstrengend, bei einer solchen Meisterschaft dabei zu sein. Manche spielen da lieber ihre Turniere im Internet", weiß Ulrich Zimmermann, der trotzdem stolz darauf war, dass zumindest zwei Radevormwalder Jugendspieler, Torben Helbeck und Marvin Haupt, mit von der Partie waren. Haupt spielt sogar in einem Team der ersten Skat-Bundesliga.

Die Vorbereitung der offenen Skat-Meisterschaft ist für Ulrich Zimmermann und Turnierleiter Frank Haupt längst kein Problem mehr: "Das mache ich nun seit 36 Jahren, das läuft problemlos und routiniert." Als Schiedsrichter fungierte Carsten Walter, das Schiedsgericht bildeten Uwe Röhr, Eberhardt Krieg und Ulrich Zimmermann. "Bei einem solchen Turnier muss es ein Schiedsgericht geben für den Fall, dass eine Schiedsrichter-Entscheidung angefochten wird. Dieser Fall ist hier in Radevormwald in den vergangenen Jahren aber noch nie eingetreten", lachte Ulrich Zimmermann.

Übrigens: Der Skat-Club "Herz Dame" Radevormwald trifft sich immer freitags ab 19.30 Uhr zum Vereins-Abend in der Gaststätte "Oberste Mühle". Skat-Interessierte sind zum Mitspielen immer willkommen.

Die Ergebnisse der Ausspielung: Einzelwertung 1. Platz, 250 Euro, Wander-Pokal der Bergischen Morgenpost: Uwe Röhr; 2. Platz, 175 Euro, Pokal der Sparkasse an Udo vom Hagen; 3. Platz, 100 Euro, Pokal des Bürgermeisters Johannes Mans: Peter Kampner. 4. Platz und erster Platz in der Damenwertung, Pokal Fuchs-Apotheke: Inge Helbeck; 5. Platz und zweiter Platz Damenwertung: Anissa Feiler.

(sng)
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