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Radevormwald
Sparkasse - Automaten ersetzen Mitarbeiter

Radevormwald. Die Filialen in Dahlerau, Bergerhof und Wiehagen schließen in vier Wochen. Kommende Woche erhalten betroffene Kunden einen Brief. Von Joachim Rüttgen

Kunden der Sparkassenfilialen Dahlerau, Bergerhof und Wiehagen müssen sich umstellen. Zum 1. Oktober schließt die Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen diese drei Zweigstellen aus betriebswirtschaftlichen Gründen, bietet seinen Kunden künftig nach eigenen Angaben aber dennoch "ein verbessertes Konzept" an.

"Genau dort, wo unsere Kunden sind, wollen wir auch sein" lautet der Slogan. "Denn statistisch besucht ein Kunde im Schnitt seine Bank- oder Sparkassenfiliale nur noch einmal pro Jahr, bedient sich 24 Mal am Geldautomaten, tritt 108 Mal per Internet mit der Kasse in Kontakt und nutzt mehr als 200 Mal die App", sagt Pressesprecher Michael Scholz. Aber online sei nicht der Feind der Filialen, sondern ein gleichzusehender Zugangsweg von Kunden zu den Sparkassenmitarbeitern. Was der Kunde tue, sei richtig, weil er nach seinen eigenen Bedürfnissen handele.

Im Bargeldbereich verzeichnet die Sparkasse einen Postenrückgang von 20 Prozent. Da sie auf die gravierenden Veränderungen beim Kundenverhalten reagieren muss, schickt das Geldinstitut an betroffene Kunden Briefe raus, um das neue Konzept zu erläutern. "Das dürften mehrere tausend sein", sagt Scholz. Standorte Die Kundenbetreuer bleiben erhalten, werden aber versetzt: die aus Bergerhof und Dahlerau in die Hauptstelle an der Hohenfuhrstraße und die aus Wiehagen an die Peterstraße. "Auf die persönliche Ansprache legen wir auch künftig großen Wert", sagt Scholz. Erreichbarkeit Der telefonische Kontakt soll in einem neuen Kunden-Service-Center ausgebaut werden. Hier geht es um Wünsche, Fragen und Anregungen der Kunden. Digitalisierung Online-Banking und die Banking-App fürs Smartphone bieten völlig neue Möglichkeiten für Geldgeschäfte. In der Sparkasse Rade-Hückeswagen liegt der Anteil bei 75 Prozent bei Geschäftskunden und 50 Prozent bei Privatkunden. Filialnetz Die Sparkasse betont, dass durch die Schließung der Filialen die Standorte nicht verschwinden, sondern mit sogenannten Selbstbedienungsterminals (SB) ausgestattet werden. In Zukunft gebe es also weiter sechs Standorte (Bergerhof, Dahlerau, Lindenbaum, Hohenfuhrstraße, Peterstraße und Wiehagen) - zwei davon mit Personal besetzt, vier mit einem SB-Bereich. Geldbotenservice Um auch nicht mehr ganz so mobilen Kunden den Kontakt zur Sparkasse zu erleichtern, wird es ab 1. Oktober einen Geldbotenservice geben: Kunden können zwei Tage vorher kostenfrei einen Betrag anmelden, den sie benötigen - Minimum: 50 Euro, Maximum: 500 Euro - und der dann dienstags in Rade und donnerstags in Hückeswagen ausgeliefert wird.

Michael Scholz betont, dass durch die Schließung der Filialen das gesellschaftliche Engagement der Sparkasse in den Städten nicht zurückgefahren werde. Spenden aus den Stiftungen, aus der Aktion "Giro-Cents", die Spenden für die Weihnachtsbeleuchtung in Dahlerau oder Spenden fürs Wülfingmuseum werde es weiterhin geben. Er gibt zu, dass sich die Sparkasse in einem Wandlungsprozess befinde.

Quelle: RP
 
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