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Radevormwald
Spezieller Putz für Martini

Radevormwald: Spezieller Putz für Martini
Sergey Kessler verputzt die Innenwände der Martini-Kirche. Zwei Schichten sind mindestens notwendig. FOTO: nico hertgen
Radevormwald. Die Sanierung der Kirche an der Ülfestraße läuft auf Hochtouren. Schon jetzt steht fest: Die Instandsetzung der Bleiverglasung an den Fenstern wird mindestens doppelt so teuer, weil mehr Scheiben als gedacht kaputt waren. Von Joachim Rüttgen

Der neue Putz für die Innenwände der Martini-Kirche an der Ülfestraße muss in einem aufwendigen Verfahren hergestellt werden. Dafür steht neben dem Gotteshaus eine große Wanne, in der das Gemisch aus Kalk, Sand und Zement angerührt wird, um anschließend auf die Wände des Gotteshauses aufgetragen zu werden.

"Der Denkmalschutz sieht vor, dass wir nur diesen speziellen Putz auftragen dürfen", sagt Pastor Johannes Dress. Mit der Rader Firma Lewandowski aus Studberg fand er ein Unternehmen, dessen Senior-Chef die alte Technik noch kennt. Sohn Thomas Lewandowski ist zehn Jahre im Geschäft, "aber das habe ich noch nie gemacht", sagt er. Durch die chemische Reaktion zwischen Kalk, Sand und Zement wird der Putz heiß und dampft. "Früher haben die Menschen ihre Henkelmänner reingestellt, um das Essen warm zu halten oder Eier zu kochen", sagt Bauleiter Rainer Röhlig.

Atmungsaktiv und elastisch

Aus Kostengründen werde heute eher ein Gipsputz aufgetragen, in der Martini-Kirche ist es ein Kalk-Zementmörtel. "Der ist atmungsaktiver und elastischer und nicht so schimmelanfällig", sagt Lewandowski. Einmal aufgetragen bleibt der Untergrund rau, aber in der Kirche kommt noch Farbe drauf.

Die Arbeiten im Inneren laufen auf Hochtouren. Nach der Grundierung der Wände kommt der Sanierputz drauf, damit der draußen in der Wanne dampfende Kalkputz in zwei Schichten besser hält. Im hinteren Bereich der Kirche wurden neue Leitungen verlegt. "Da haben wir noch Aluminium gefunden, was wegen der Brandgefahr entfernt werden musste", sagt Röhlig.

Überraschung bei Glasfenstern

Die Baumaßnahme liegt dennoch voll im Zeitplan. "Dabei hatten wir befürchtet, dass wir in den oberen Bereichen mehr Putz abschlagen müssen", sagt Dress. Dafür offenbarte der Ausbau der Glasfenster eine Überraschung: Weil einige der Glasscheiben tief im Zementputz steckten, gingen mehr kaputt als gedacht. Die Instandsetzung der Bleiverglasung wird statt 8000 etwa 16 000 Euro kosten. Mehrkosten waren aber bereits bei der Planung eingerechnet worden.

Nächste Woche werden die Arbeiten im Altar- und Chorraum fortgesetzt und die Stahlrahmen für die Fenster eingesetzt. Danach muss der Putz vier Wochen trocknen, ehe der Maler ab September einen Monat Zeit hat, das Gotteshaus farblich zu verschönern. Zwischendurch werden die Fenster bei einer Fachfirma restauriert.

Quelle: RP
 
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