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Radevormwald
Sport als Vorbild für Unternehmer

Radevormwald. Das Radevormwalder Unternehmernetzwerk (RUN) hatte zu einem Vortrag über Spitzensport und Wirtschaft geladen. Von Marion Gerdel

Die Olympischen Spiele in Rio sind vielen Menschen noch im Gedächtnis, denn die gezeigten Leistungen haben viele Zuschauer beeindruckt. Daher nahm Prof. Dr. Gerhard Nowak den Spitzensport zum Anlass zu zeigen, welche Parallelen es zwischen dem Sport und der Wirtschaft gibt. Sein Vortrag: "Schneller, höher, weiter! - Was Unternehmen von Spitzensportlern lernen können" war Thema der 35. RUN-Veranstaltung, die am Donnerstagabend im Hause der Firma Gira stattfand.

40 RUN-Mitglieder, die den Referenten zum Teil schon von seiner Vorlesung zum Thema "Schwarmintelligenz" kannten, wollten sich den Vortrag und die daraus resultierenden Chancen für ihr Unternehmen nicht entgehen lassen. In seiner gewohnt kurzweiligen Art stellte der Referent zu Beginn des Abends fest, dass die Werte des olympischen Sports trotz Korruption, Bestechung und Doping nach wie vor Bestand haben. Warum das so ist, und wie sich Unternehmer diese Werte zunutze machen können, machte er anhand der olympischen Ideale von Pierre de Coubertin deutlich.

Der Gründer der neuzeitlichen Spiele rief seinerzeit die "Jugend der Welt" auf zu zeigen, was in ihr steckt, erinnerte Nowak. "Damit war jeder Einzelne und nicht die heute in den Vordergrund gestellte Nationenwertung gemeint. Jeder soll herausfinden, was in ihm selber steckt", sagte er und fügte gleich die Frage an: "Holen Sie aus Ihrem Unternehmen das heraus, was möglich ist?" Ohne die Grundbereitschaft, Leistung zu zeigen, kann weder der Sportler, noch der Unternehmer das Bestmögliche herausholen, lautete sein Credo.

Entsprechend nahm er weitere Ideale von Coubertin unter die Lupe. Dessen unter anderem geforderte individuelle Selbstvollendung ist für den Dozenten ein Stichwort, das sich jeder Unternehmer oder anders Verantwortliche vor Augen halten sollte. "Die Selbstvollendung erreichen Sie nie!", sagte er, "aber das ist auch gut so. Sie müssen ein Leben lang lernen und dabei immer individuell bleiben."

An Hand des Beispiels von Dick Fosbury, der die nach ihm benannte Art, die Hochsprunglatte zu überqueren, erfunden hat, erläuterte er: "Wenn Sie als Unternehmen die gleiche Lösung anbieten wie alle, sind sie austauschbar - machen sie Ihren eigenen Fosbury."

Weitere Beispiele, bei denen sich die Wirtschaft viel vom Sport abschauen kann, folgten. Bestleistungen bringen zu wollen, auch wenn keine Medaille mehr zu gewinnen ist, hundertprozentige Perfektion zu leisten, die im Unternehmen steckende Energie zu zeigen, Team-Player zu sein und auch Ersatzspieler in das System zu integrieren, das sind nur einige der vielen Beispiele, die Nowak aufführte. Aber auch vom Gedanken des "Höher-Weiter-Schneller" wegzukommen, war ein Anliegen des Referenten aus Düsseldorf. "Coubertin hat den Friedensgedanken hoch gehalten. Für Sie sollte das heißen, dass sie am Ende des Tages mit sich und Ihrer Leistung 'im Frieden', also 'zufrieden', sind."

In diesem Zusammenhang forderte er die Zuhörer auf, sich darüber Gedanken zu machen, wo denn die Goldmedaille des Einzelnen ist. "Was ist ihr Ziel? Versuchen Sie, herauszufinden, wofür Sie arbeiten und was Sie erreichen wollen. Dann schaffen Sie es, nicht mehr wie der Hamster im Rad immer nur weiter zu wollen." Dass das Thema des Vortrags einen Nerv getroffen hatte, bewies die folgende Fragerunde und die vielen Gespräche, die die RUN-Teilnehmer noch beim abschließenden, gemeinsamen Essen miteinander führten.

Quelle: RP
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