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Radevormwald
Sporttherapie mit vielen Angeboten

Radevormwald: Sporttherapie mit vielen Angeboten
Sporttherapeutin Uschi Brand mit Eberhard Wolf (74) beim Tischtennisspiel. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Neben Bogenschießen, Minigolf und Tischtennis können die Patienten des Curt-von-Knobelsdorff-Hauses auch bald Beachvolleyball spielen. Von Flora Treiber

Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Therapien in der Fachklinik Curt-von-Knobelsdorff-Haus. Uschi Brand ist als Sporttherapeutin für die Bewegungsangebote der Klinik zuständig und hat mit Hilfe der Arbeitsgruppe Garten für die Installation eines neuen Volleyballfeldes gesorgt.

Auf dem großen Außengelände an der Hermannstraße gab es zwar schon lange ein provisorisches Feld, aber jetzt können die Männer und Frauen auf einem Sandfeld Volleyball spielen. "Den Sand haben wir von den Veranstaltern des Karibik-Wochenendes auf dem Marktplatz bekommen. Insgesamt waren es 54 Tonnen Sand", sagt die Sporttherapeutin. Dank der Wirtschaftsförderung konnte Uschi Brand den Sand "retten". Andreas Dorka leitet die Arbeitstherapie Garten und hat das Volleyballfeld mit fünf Patienten vorbereitet. "Wir haben einen Untergrund geschaffen, der den Sand vor dem Versickern und vor Maulwürfen schützt. Außerdem haben wir das Spielfeld mit einem Holzrahmen abgegrenzt. Mit der Ergebnis sind wir zufrieden", sagt er.

Bei der Beförderung des Sandes hatte das Bauunternehmen von Konstantin Machleidt seine Unterstützung angeboten. Für Andreas Dorka ein großer Erfolg. "Wir haben damit nicht nur unser sportliches Angebot vergrößert, sondern auch als Team zusammengearbeitet. Unser Ziel ist es, die Therapie mit praktischen Projekten zu verbinden. Das ist uns gelungen." Dank des schönen Spätsommers konnte das Volleyballfeld auch anfangs noch genutzt werden. Jetzt wird es unter einer Abdeckung verschwinden. Die Anlage zum Bogenschießen zieht für die kalten Monate in ein leeres Gewächshaus um und die Minigolfanlage bleibt vorerst geschlossen. Im Inneren des Curt-von-Knobelsdorff-Hauses geht die Sporttherapie allerdings im Winter weiter.

Volker Emmel hat 2014 eine Langzeittherapie zur Bekämpfung seiner Sucht gemacht und ist jetzt noch einmal vier Wochen in der Klinik, um seine Motivation aufzufrischen. Der 49-Jährige weiß, wie wichtig Sport für alle Patienten ist. "In unserer Therapie wird viel geredet. Die Denkleistung und die intensive Auseinandersetzung mit der Krankheit rauben viel Kraft und strapazieren die Nerven. Ohne Bewegung hätte ich meine Therapie nicht geschafft", sagt er.

Genauso geht es Maik Hilgert. Obwohl er gerade mit Gelenkproblemen kämpft, versucht er sich regelmäßig zu bewegen. "Die Sporteinheiten entspannen, regenerieren den Körper und helfen dabei, gesund zu werden. Ohne Bewegung geht nichts." Uschi Brand hat die Erfahrung gemacht, dass viele Patienten Sport während ihrer Sucht vergessen oder vernachlässigen. "Hier passiert es oft, dass die Freude an Bewegung wiederentdeckt wird." Neben einem Fitnessstudio gibt es in der Klinik einen großen Mehrzweckraum, in dem Tischtennis gespielt werden kann. Dort finden auch Gymnastikübungen statt. Für ihre Wassergymnastik weichen die Patienten zweimal pro Woche ins "life-ness" aus. Wie in jeder Therapie sind auch Teile der sportlichen Angebote verpflichtend. Darüber hinaus können die Patienten alle Angebote in ihrer Freizeit nutzen. Mit knapp 60 Behandlungsplätzen braucht das Haus jede Möglichkeit, um den Patienten einen abwechslungsreichen Alltag zu ermöglichen.

Quelle: RP
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