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Feuerwehr - Besondere Ausstattung (3)
Sprungpolster und Leitern retten Leben

Feuerwehr - Besondere Ausstattung (3): Sprungpolster und Leitern retten Leben
Zur Personenrettung und für den Erstangriff haben die Rader Brandbekämpfer verschiedene Leitern zur Verfügung - und das Sprungpolster. FOTO: feuerwehr
Radevormwald. Die BM stellt in einer kleinen Serie in loser Reihenfolge spezielle Ausrüstungsgegenstände der Radevormwalder Feuerwehr vor. Heute geht es um die verschiedenen Arten an Leitern, die im Notfall zum Einsatz kommen, und um das Sprungtuch. Von Marion Gerdel

Opfer eines Wohnungsbrandes zu werden und im Zweifelsfalle keine Chance zu haben, aus dem brennenden Gebäude fliehen zu können, gehört zu den größten vorstellbaren Ängsten. Gut, wenn in so einem Fall die Feuerwehren mit Leitern und Sprungpolstern, die auch Sprungkissen genannt werden, ausgerüstet sind. "Natürlich kostet es Überwindung, im dritten Stock über die Balkonbrüstung auf eine Leiter zu steigen oder gar aus 16 Metern Höhe den Sprung auf das Polster zu wagen, aber wenn es keine andere Möglichkeit gibt, wagt jeder diesen Schritt", sind sich die Feuerwehrleute sicher.

Zur Personenrettung und für den sogenannten Erstangriff haben die Brandbekämpfer verschiedene Leitern zur Verfügung. Sie sind einfach zu handhaben und schnell aufgebaut. Bei einem brennenden Haus können sie der alternative Rettungsweg sein, wenn das Treppenhaus nicht mehr begehbar oder der Einsatz der Drehleiter aus Platzgründen nicht möglich ist. Steckleiter Mit ihrer Gesamtlänge von 8,40 Metern ermöglicht die vierteilige Steckleiter eine Rettungshöhe von sieben Metern. Das bringt die Wehrleute in die Lage, bis in den zweiten Stock vorzudringen. Mit nur drei Feuerwehrleuten ist sie in kürzester Zeit aufgebaut und einsatzbereit. Diese Leiter kann auch bei der Eisrettung genutzt werden. Sie wird auf die Eisfläche ausgelegt und ermöglicht so eine bessere Gewichtsverteilung, um zum Eingebrochenen vordringen zu können. Schiebeleiter Einige Meter höher können die Feuerwehrleute mit der dreiteiligen Schiebeleiter gelangen. Mit zwölf Metern Rettungshöhe erlaubt sie das Vordringen bis in den dritten Stock. Wegen ihres Gewichts und der Technik des Ausfahrens per Seilzug werden für ihren Einsatz mindestens vier Feuerwehrleute gebraucht.

Jeder Feuerwehrmann ist nach der Grundausbildung in der Lage, diese beiden Leitern zu bedienen. Ihr Einsatz wird bei den Übungen mindestens zwei- bis dreimal pro Jahr geprobt. "Die Steckleiter muss in zwei Minuten stehen, für die Schiebeleiter brauchen wir nur unwesentlich länger", sagt Oliver Sieberg, Einheitsführer der Löschgruppe Önkfeld, der froh ist, dass die Schiebeleiter bisher nur zu Übungszwecken genutzt wurde. Sprungpolster Wenn beide Leitern von der Höhe her nicht mehr ausreichen, kommt als letztes Mittel das Sprungpolster zum Einsatz. Sprünge aus bis zu 16 Metern, was in etwa dem fünften Obergeschoss entspricht, können durch das Polster aufgefangen werden. "Sprungpolster haben viele Vorteile. Sie sind nicht nur sehr schnell einsatzfähig, sondern benötigen auch nur zwei Feuerwehrleute für den Aufbau und die Platzierung an die richtige Stelle", sagt Stefan Braun, Einsatzführer der Herkingrader Feuerwehr.

Dass Aufbau- und Aufstellplatz nicht identisch sein dürfen, erschließt sich auch dem Laien nach der Erläuterung durch die Fachleute: "Wenn jemand in Panik im fünften Stock steht und es hinter ihm lichterloh brennt, wird er springen, sobald er das Rettungspolster sieht - ohne zu erkennen, dass noch gar nicht genügend Luft drin ist", sagt Stefan Braun. Daher wird das Sprungpolster in einiger Entfernung aufgebaut und, wenn es mit Hilfe von Pressluft in maximal einer Minute einsatzbereit ist, in Stellung gebracht. Bisher wurde es noch nie im Brandfall eingesetzt, allerdings kam schon dreimal der Notruf "Person springt" bei der Feuerwehr an, die das Polster auch hier als letztes Hilfsmittel einsetzt.

Quelle: RP
 
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