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Radevormwald
Stadt kämpft um die Sekundarschule

Radevormwald: Stadt kämpft um die Sekundarschule
Die Eltern der Viertklässler in den Grundschulen werden in die Schulen eingeladen. Sie sollen nicht am Unterricht teilnehmen, sie sollen sich in den kommenden Wochen über die Sekundarschule informieren können. FOTO: Petersen (BM-Archiv)
Radevormwald. Politik und Verwaltung haben für die Einrichtung einer Sekundarschule mit Heinz Gniostko einen erfahrenen, externen Berater von der Uni Duisburg/Essen engagiert. Der Informationsfluss an Eltern und Lehrer soll verbessert werden. Von Wolfgang Scholl

Ende Februar wird sich entscheiden, ob der zweite Versuch der Einrichtung einer Sekundarschule erfolgreich ist. Bis dahin sollen die Eltern und auch die Lehrer aller Schulen über die neue Schulform intensiver und qualitativ besser als vor zwei Jahren informiert werden. Mit dabei sein wird der ehemalige Schulleiter und heutige Uni-Dozent Heinz Gniostko, der schon zahlreiche Sekundarschul-Gründungen begleitet hat.

Bürgermeister Johannes Mans bezeichnete die Einrichtung der neuen Schule als ein wichtiges und zentrales Thema der Politik in der nächsten Zeit, "für die es zu werben gilt", sagte Mans. Heinz Gniostko wird die Zeit bis zum Sommer und vielleicht auch darüber hinaus begleiten. In einem Vorgespräch ist ein Zeitplan für die nächsten Wochen bis Ende Februar entwickelt worden. Mit besseren und neuen Informationen soll so geworben werden, dass nach 2014 nicht auch 2016 der zweite Versuch scheitert, eine Sekundarschule einzurichten. "Ziel ist es, dass alle Rader Kinder vor Ort eine weiterführende Schule besuchen und ihren Abschluss machen können", sagte der Schulausschussvorsitzende Thomas Lorenz und wiederholte damit die einhellige Meinung der Politik.

Britta Knorz erläuterte für die Verwaltung, dass es Kooperationen mit anderen Kommunen aus der Nachbarschaft nicht gebe, weil es von dort keine positiven Reaktionen gegeben habe. Benötigt werden Ende Februar 75 Kinder, um die Schule einrichten zu können. Die Anmeldungen für die Sekundarschule und das Theodor-Heuss-Gymnasium sollen an drei Tagen Ende Februar parallel laufen.

Der externe Berater erläuterte, was er und die Stadt tun müssen, damit der zweite Versuch gelingt. Rade habe kein Alleinstellungsmerkmal, in NRW seien in den vergangenen Jahren 600 neue Schulen gegründet worden. "Unabdingbar ist, dass die Schulentwicklung als kommunaler Prozess gesehen wird mit einem politischen Konsens", sagte Heinz Gniostko.

Dazu müssten das Verfahren, der Informationsprozess und das Konzept der neuen Schule transparent sein. Ein Beirat aus Politik, Schulleitern und Verwaltung soll den Prozess begleiten. Ergänzend gibt es die Gruppe mit pädagogischer Kompetenz für die inhaltliche Ausrichtung der neuen Schule. "Wir müssen alle Betroffenen erreichen", sagte Gniostko und sprach besonders die Lehrer der Realschule und die der vierten Klassen der Grundschulen an, die in den kommenden Wochen die Empfehlungen für die Eltern über die anzustrebende Schulform aussprechen. "Großveranstaltungen sind nicht zielführend. Für jede Schule muss es eine eigene Veranstaltung geben", sagte der Schulberater und ergänzte, "Eltern müssen Fragen stellen können." Erläutert werden müsse den Eltern auch, dass es eine intensive Begleitung der Gründung gibt, an der sie beteiligt werden können. In den Sommerferien zum Beispiel soll sich das neue, junge Kollegium der Sekundarschule eine gemeinsame Unterrichtsstruktur erarbeiten.

Renate Greif (CDU und frühere, langjährige Schulausschussvorsitzende) erklärte, dass der Wille der Politik für die neue Schulform vorhanden sei. Die Werbeaktion am Samstag in der Realschule habe aber gezeigt, dass es zahlreiche Fragen von Eltern gebe.

Quelle: RP
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