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Radevormwald
Stadt will Ausgaben im Sport kürzen

Radevormwald: Stadt will Ausgaben im Sport kürzen
In den Sporthallen der Hermannstraße wird abends trainiert, an den Wochenenden werden dort zahlreiche Spiele ausgetragen, unter anderem bei Jugendfußballturnieren wie dem des SC 08 zu Nikolaus. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Für den 28. April ist ein Sondierungsgespräch zwischen Verwaltung und Stadtsportverband (SSV) angesetzt, um über die Zukunft des Sports zu sprechen. Bürgermeister Johannes Mans hat die Aufgabe erteilt, Kosten zu reduzieren. Von Wolfgang Scholl

Die Zukunft von Hallen und Plätzen, die Suche nach Einnahmen und die Möglichkeit von Kostenreduzierungen bei den Sportanlagen. Das sind Themen, die die Stadtverwaltung demnächst ansprechen möchte. Am 28. April soll es ein Gespräch mit Vertretern des SSV geben. "Ich habe Sönke Eichner als zuständigen Amtsleiter angewiesen, über alle Ausgabenpunkte nachzudenken", sagt der Bürgermeister auf Anfrage unserer Redaktion. Es sei erst einmal aber nicht in der Diskussion, zum Beispiel Sporthallen zu schließen. Diese Gerüchte waren in den vergangenen Tagen aufgekommen. Genannt wurden dabei unter anderem die Turnhalle Bredderstraße und die Halle 2 (Realschule).

Zu den Gründen sagt Mans: "Die Stadt Radevormwald hat generell ein Ausgabenproblem." Dies sei durch den Bericht der Gemeindeprüfanstalt dokumentiert. Dort sei festgehalten worden, dass Rade insgesamt über zu viele Immobilien verfüge, über zu große Schulflächen und auch über zu große Hallenkapazitäten. "Wir müssen deshalb überlegen, wie es mittelfristig weitergehen kann", sagt Mans. Dazu gehöre es zum Beispiel zu überlegen, welche städtischen Immobilien noch dauerhaft saniert werden (können) und ob alle benötigt werden. Außerdem will man prüfen, wie zusätzliche Einnahmen generiert werden können. Übersetzt heißt das, dass über Hallennutzungsgebühren nachgedacht werden könnte oder die Beteiligung der Stadt an Werbeeinnahmen von Sportvereinen. Mans schließt aber auch nicht aus, dass es andere Wege geben kann, wie die Übernahme von Schließdiensten durch Vereine. Man müsse allen Möglichkeiten offen gegenübertreten.

Mans hat in den Monaten der Schließung der Sporthalle 2 für die mögliche Aufnahme von Flüchtlingen erfahren, dass die Sportvereine zusammenarbeiten und auch zusammenstehen. "Das war damals für mich sehr deutlich zu spüren", sagt er.

Der Bürgermeister möchte, dass das Gespräch mit den Vertretern des Stadtsportverbandes dazu dient, die Situation zu analysieren und die Ziele der Stadt anzusprechen. Dabei ist für ihn klar: "Wir müssen auf den Prüfbericht reagieren, weil die Finanzen der Stadt verbessert werden müssten." Dazu sei es notwendig, mit den Vereinen ein Gesamtkonzept für den Sport zu erarbeiten. Mans sieht den Sport in der Stadt in einer sehr komfortablen Lage, weil ihm sehr viele Flächen zur Verfügung stehen. Die Kosten dafür würde die Stadt tragen.

Den Kernsatz des Bürgermeisters, an zahlreichen Stellen der Stadt Kosten zu reduzieren, sieht Mans aber nicht auf den Sport allein begrenzt. "Wir haben damit begonnen, unseren Pool an Hausmeistern neu zu organisieren", sagt er. Die Dienste der Hausmeister würden an vielen Stellen der Stadt als selbstverständlich angesehen.

Es sollen in einem nächsten Schritt auch Konzepte für andere Bereiche erarbeitet werden. Bisher ist es so, dass ehrenamtlich tätige Vereine städtische Räume kostenfrei nutzen können. Das gilt nicht nur für den Sport, sondern auch für Kultur- und Sozialvereine in den Schulen oder dem Bürgerhaus.

"Wichtig ist es mir noch einmal zu erwähnen, dass es nicht nur darum geht zu sparen, sondern auch darum, kreativ Alternativmöglichkeiten zu erarbeiten. Wir müssen miteinander Lösungen finden", fordert der Bürgermeister.

Quelle: RP
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