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Leben & Lernen
Die letzten Stunden der Geschwister Scholl

Radevormwald. RADEVORMWALD (trei) Simon Weiskopf und Sonja Martens schlüpften gestern Vormittag in die Rollen von Hans und Sophie Scholl. Die Schauspieler des Weimarer Kultur-Express führten das Stück "Die Weiße Rose - die letzten Stunden der Geschwister Scholl" vor 200 Schülern der Realschule und der Geschwister-Scholl-Schule. Thematisch passte das Stück zu den aktuellen Unterrichtsinhalten und für die Schüler der Hauptschule in erster Linie zum Verständnis ihres Schulnamens. "Wir haben das Stück auf Wunsch der Geschwister-Scholl-Schule in unser Programm für das Schultheater aufgenommen, und ich hoffe, damit ein wichtiges Stück Geschichte verständlicher zu machen", sagte Michael Teckentrup, Vorsitzender des Kulturkreises.

Das Theaterstück stellte das Innenleben von Sophie und Hans Scholl in den Mittelpunkt und arbeitete die Geschichte und die Etappen ihres Widerstands gegen die Nationalsozialisten auf. Der Autor des Stücks, Patric Tavanti, hat sich zum Ziel gesetzt, die jungen Zuschauer mit dem Herzen anzusprechen, sie emotional zu berühren und die Geschichte gegen das Hitlerregime nicht mit einem klassischen Dokumentardrama darzustellen. Das ist ihm gelungen, denn die Jugendlichen verfolgten das Stück ruhig und aufmerksam. Schauplatz war die Todeszelle, in der die Geschwister ihre letzten Stunden vor der Hinrichtung verbrachten, nachdem sie am 18. Februar 1943 Flugblätter verteilt und von der Geheimen Staatspolizei verhaftet wurden. Aaron Kunze, Schüler der Realschule, hatte sich vor dem Theaterbesuch mit Sophie und Hans Scholl beschäftigt. "Ich habe recherchiert und lasse mich jetzt einfach mal überraschen", sagte der 17 -Jährige. Mitschülerin Helin Durmus war gespannt auf das Theaterstück und wusste bereits viel über das Schicksal der Geschwister. Einen Einblick in die letzten Stunden ihres Lebens zu bekommen, stellte sie sich spannend vor. "Es ist sicherlich traurig, aber öffnet uns allen die Augen", sagte die 15-Jährige. Ihre Lehrerin Martina Wehrmeister will das Theaterstück in den nächsten Stunden mit ihren Schülern im Geschichtsunterricht besprechen. Da Schultheater Jugendliche nicht nur an szenische Darstellungen gewöhnt, sondern auch eine mögliche Lehrmethode ist, standen die Schauspieler den Mädchen und Jungen nach der Aufführung noch für Fragen zur Verfügung.

Quelle: RP
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