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Geschichtsverein erlebt historische Orte per Rad

Radevormwald. RADEVORMWALD (rue) Eine Reise in die Vergangenheit unternahm die Radevormwalder Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins: Bernd Klüting hatte zu einer Radtour an geschichtsträchtige Orte eingeladen. Vom Marktplatz ging es zunächst noch zu Fuß zur Katholischen Kirche. Hier erklärte Klüting einige Besonderheiten zu der Kirche: Die Ostmauer der ersten, noch sehr kleinen nachreformatorischen Kirche von 1691 durfte auf die Stadtmauer aufsetzen. "Dadurch lässt sich der östliche Stadtmauerverlauf sehr genau bestimmen", erläuterte Klüting.

Nach der Besichtigung radelten die Teilnehmer zum kleinen Park am Katholischen Friedhof. Hier erfuhren sie, dass es unter dem Park offenbar eine alte Bunkeranlage gibt, deren Einstieg bei diesjährigen Straßenbauarbeiten freigelegt wurde - der Zugang ist mittlerweile jedoch wieder aus Sicherheitsgründen fest verschlossen.

Weiter ging es nach Rädereichen. Dort gab es Informationen zu den historischen Trassen der Rader Straßen. Vorbei an Feldmannshaus, wo während der Reformationszeit eine Kapelle stand, fuhren die Radler zum Grimmelsberg - der höchsten Erhebung mit 421 Metern in Radevormwald. "Von hier reicht der Ausblick bei guter Sicht bis zum Siebengebirge, leider ist die Luft heute nicht ganz so klar", sagte Klüting und schmunzelte. Hinter Kettlershaus an der Stadtgrenze besichtigten die Radfahrer einen alten, großen Grauwackestein von 1840. "Dieser trennte als Grenzstein damals die Regierungsbezirke Arnsberg und Düsseldorf voneinander", erklärte Klüting. Weiter ging die Fahrt in Richtung Schwenke zum Bollberg. 700 Meter hinter der Grenze Rheinland/Westfalen oberhalb der Hartmecke und Ennepe befinden sich noch Reste einer Ringwallanlage aus dem neunten Jahrhundert. Die Anlage diente während der karolingischen Zeit der Straßenabsicherung und der Festigung der politischen Herrschaft.

Von dort führte die Tour in das Hartmecketal zwischen Schwenke und Studberg. "Hier in der Mark gab es zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert etwa 30 Standorte mittelalterlicher Rennhütten, also Vorläufer der heutigen Hochöfen." Mit einem Magneten konnte Klüting sogar noch Eisenanteile in den alten Schlackeresten nachweisen.

Im gleichen Tal befindet sich zudem der heute zugemauerte Stolleneingang der ehemaligen Zeche Ida/Anna Glück von 1904.

Danach ging es entlang der Niederennepe zur Löhrbachmühle und zum Haferkasten von 1686. Zum Ende führte die Tour in Richtung Anschlag über die Grenze von Westfalen zurück in das Rheinland Richtung Egen. Hier erläuterte Klüting die Herkunft des Namens Anschlag: Dieser rührt von "Anschlagen am Grenzverlauf" her, das heißt die Häuser standen direkt an der Grenze. Nach der Besichtigung der Katholischen Kirche in Egen und einer Pause im dortigen Gasthaus ging es mit kräftigem Tritt zurück über Hönde nach Rade. "Es war eine sehr schöne Fahrradtour der anderen Art", berichtete ein Teilnehmer.

Quelle: RP
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