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Unterwegs
Historische Herbstwanderung durchs Wiebachtal

Radevormwald. RADEVORMWALD (sig) Die Interessengemeinschaft Wiebachtal hatte am Samstag wieder zu einer Wanderung durch das Wiebachtal eingeladen. Darauf meldeten sich so zahlreich die Interessenten, dass die Vorsitzende Sabine Fuchs letztlich einigen eine Absage aussprechen musste. "Wir planen gerne 35 Wanderfreudige zu unseren geführten Wanderungen ein. Darüber hinaus macht es keinen Sinn. Es ist für den Berichtenden zu anstrengend, so laut unter freiem Himmel zu reden und die weit abstehenden bekommen nichts mit", sagte sie.

Die Naturbegeisterten kamen pünktlich zum Ausgangspunkt der Herbstwanderung zur Feldermanns Hütte am Kattenbusch. Wanderfreudige ohne vorherige Anmeldung waren auch zu sehen. Die herrlichen Sonnenstrahlen hatten offensichtlich bei vielen bewirkt, zu Rucksäcken, Stöcken und Wanderstiefeln zu greifen. Somit musste sich Förster Bernhard Priggel, der an einigen markanten Stellen aus der Geschichte vortragen konnte, auf eine Menschentraube einlassen. Er nahm es gelassen und schien sich über das rege Interesse sehr zu freuen. Nach einem anfänglichen Anstieg gab es den ersten Stopp an der "Hummeltenbergs Mühle". Später wurden die Standorte der alten Wiebachmühle, eine ehemalige Walkmühle und das SGV-Heim aufgesucht. Ein Lichtpunkt, auf den sich viele der Wanderer besonders neugierig zeigten, war dann endlich das ehemalige Kupferbergwerk Carolinengrube. Priggel, aktives Mitglied des Bergischen Geschichtsvereins (BGV), Ortsgruppe Radevormwald, berichtete auf heitere Art über die historischen Orte, was die ohnehin fröhliche Stimmung der Wanderer noch steigerte.

"Ich habe schon so viel über das alte Bergwerk gehört, aber die Stelle, wo es einst war, noch nie gesehen", erzählte Margret Raiger. Ihre Arbeitskollegin habe dort in der Kindheit sehr häufig gespielt, sagte sie. Jetzt freute sie sich, die alte Carolinengrube gedanklich im Wiebachtal entstehen zu lassen. Priggel berichtete, dass die Zeiten des Abbaus eher mager gewesen sein mussten. "Ganz gewiss gab es hier keine großen Erträge, und so wurde die Grube um 1900 auch wieder geschlossen", sagte er.

Ähnlich wie in umliegenden Gruben wurde nur in wirtschaftlich schlechten Zeiten der Abbau betrieben. Die Wanderer lauschten aufmerksam dem Bericht und schienen sehr beeindruckt zu sein.

"Auf diese Wanderung habe ich mich sehr gefreut. Sie zeigt uns die schöne Natur, und gleichzeitig lehrt sie uns auch", sagte Anneliese Auffermann. Auch Ursula Hohmann hatte ihre Wanderschuhe angezogen und war ganz gespannt auf die geschichtlichen Berichte. "Ich bin überhaupt nicht ortskundig und lasse mich heute sehr gerne führen. Das Wandern mit so vielen macht großen Spaß", sagte sie.

Die Exkursion dauerte zwar mehr als zwei Stunden, doch da es an den historischen Orten Pausen gab, hielt sich die Anstrengung in Grenzen. "Ich bin als Wanderin nicht mehr gut in Übung und verkürze die Strecke. Für die nächste Wanderung werde ich fleißig trainieren", sagte Ita Voss. Das Ziel war der Ausgangspunkt, die Feldermanns Hütte. Dort wurden die Wanderer mit leckeren Grillwürstchen begrüßt. Das bekannte Bärlauchbrot aus dem Wiebachtal gehörte ebenfalls zum Angebot, wie auch Erfrischungsgetränke. Die Gruppe stärkte sich und tauschte sich noch einige Zeit über das Erlebte aus.

Quelle: RP
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