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Musikalisch
Integration durch Musik-Improvisation

Musikalisch: Integration durch Musik-Improvisation
Pedro Benson (mit dem Mikrofon) kommt aus Nigeria und hat ein eigenes Lied geschrieben, das er am Donnerstagabend im Bürgerhaus vortrug. FOTO: bm-fOTO. tREIBER
Radevormwald. RADEVORMWALD (trei) Musik kann improvisiert werden, magische Momente schaffen und verschiedene Kulturen zusammenbringen. Die Radevormwalder Musikschule hat sich zusammen mit dem Kinder- und Jugendring an dem landesweiten Projekt "Beat it - move it" beteiligt, das in Radevormwald mehrere musikalische Workshops ermöglicht hat, an denen im vergangenen Monat über 30 Flüchtlinge teilgenommen haben.

Unter Anleitung der Musikschullehrer wurde getrommelt, Gitarre gespielt und gesungen. Die Hemmschwelle war am Anfang des Projekts bei vielen Flüchtlingen groß. "Wir haben die Barrieren nach und nach abgebaut. Musik hilft dabei", sagt Steffi Hölzle, die Geige, aber auch andere Instrumente unterrichtet. Sie hat einen der Workshops geleitet und den Teilnehmern beigebracht, wie man improvisiert. "In dieser kurzen Zeit kann man natürlich kein Instrument erlernen, aber man bekommt einen Zugang und kann lernen, welche Töne zusammenpassen und wie man mit anderen Menschen Musik machen kann."

Genau das zeigten die Teilnehmer Donnerstagabend im Mehrzweckraum des Bürgerhauses. Zu ihrer Abschlussveranstaltung kamen die Teilnehmer in einem Kreis zusammen und wechselten die Instrumente durch. Trommeln, Gitarren und andere Klangmittel standen zur Improvisation bereit. Katy Sedna Mira, die auch die Auftaktveranstaltung von "Beat it - Move it" geführt hat, brachte die einzelnen Bausteine mit ihrer Stimme zusammen, Michael Borner unterstützte an der Gitarre. Der Leiter der Musikschule hofft, dass die Workshops eine nachhaltige Wirkung hinterlassen haben. "Schön wäre es, wenn viele der Teilnehmer einen festen Platz in unserer Musikschule einnehmen werden." Pedro Benson kommt aus Nigeria und hat sich bereits gut in die Musikschule integriert. Er trägt seine Musikalität im Herzen und schreibt eigene Lieder. Eines seiner Liebeslieder, eine Mischung aus Reggae, Pop und Soul, sang er bei der Abschiedsveranstaltung. Überwindung kostet ihn ein Auftritt immer noch. "Klar ist man aufgeregt, aber auf das Lied bin ich stolz", sagt er. Mit der Unterstützung der anderen Musiker, die seine Stimme mit Rhythmus unterlegten, entstand ein magischer Moment. Pedro Benson versank in seinem selbst geschriebenem Lied, die anderen Teilnehmer der Workshops improvisierten mit ihren neu erworbenen Fähigkeiten. Steffi Hölzl spielte zu dem Song Geige und Katy Sedna Mira setzte sich an die Gitarre. In den nächsten Monaten wird sich entscheiden, ob weitere Workshops von der Musikschule folgen werden und wie die Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendring weitergeht.

Quelle: RP
 
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