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Gut Gemacht
Johanniter-Haus erhält Qualitätssiegel

Radevormwald. RADEVORMWALD (rue) Seit Juni 2012 verstärkt das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises seine Bemühungen, Patienten und Bewohner in Krankenhäusern und Altenheimen vor multiresistenten Erregern (MRSA) zu schützen. Diese Problemkeime reagieren nur noch auf wenige Reserve-Antibiotika und können bei kranken und geschwächten Menschen lebensbedrohliche Infektionen herbeiführen. Immer häufiger trifft man in Krankenhäusern oder Pflegeheimen auf Personen, die mit diesen Keimen besiedelt sind.

Das Gesundheitsamt des oberbergischen Kreises schloss sich deshalb einem "MRE-Netzwerk" an, durch das von der Uni Bonn für die Hygiene wichtige Strategien koordiniert werden. Träger sind neben dem Oberbergischen auch der Rheinisch-Bergische, der Rhein-Erft-Kreis, der Kreis Ahrweiler sowie die Städte Köln und Bonn.

Um Infektionen entgegenzuwirken, ist es wichtig, Richtlinien und Empfehlungen zur Hygiene einzuhalten. Wichtig für den erfolgreichen Schutz vor Infektionen ist außerdem das Bewusstsein der Mitarbeiter für die Problematik sowie die Kenntnis von Risikofaktoren und die Häufigkeit von Infektionskrankheiten in der eigenen Einrichtung. Innerhalb des Netzwerks wurden in einer Expertengruppe zehn Qualitätsziele für Alten- und Pflegeheime definiert, die eine Einrichtung erfüllen muss, um das "Qualitäts- und Transparenzsiegel bezüglich der Infektionsprävention in Senioreneinrichtungen" erhalten zu können. Am Dienstagabend wurde dem Johanniter-Haus am Höhweg in einer Feierstunde im Kreishaus in Gummersbach dieses Siegel von Landrat Jochen Hagt überreicht. Die Einrichtung hatte in allen geforderten Kategorien die Maximalpunktzahl erreicht. "Die Verleihung des Siegels bildet den Mehraufwand für den Schutz vor Infektionen ab und zeigt den Bewohnern und der Öffentlichkeit, dass in der Pflegeeinrichtung gezielte Infektionsprävention stattfindet", berichtet Einrichtungsleiter Bernd Kottsieper.

Bei den zehn Zielen handele es sich unter anderem um die Einrichtung einer Hygienekommission, die Messung häufig auftretender Infektionen sowie die Teilnahme an Qualitätsveranstaltungen. Richtlinien wurden zu den Themen MRSA, Harnwegsinfektionen, Influenza (Grippe), Gastroenteritis sowie Basis- und Händehygiene erarbeitet. Das Siegel wird für zwei Jahre verliehen. Stolz verweist Kottsieper auf die Leistung seiner Mitarbeiter, die sich der Infektionsprävention schon seit geraumer Zeit intensiv angenommen haben.

"Infektionsprävention ist eine der Herkulesaufgaben für jede Institution, die sich die Versorgung von Patienten oder Bewohnern auf die Fahne geschrieben hat. Da es in absehbarer Zeit für immer mehr Erreger keine wirksamen Gegenmittel gibt, liegt aktuell in der Prävention die einzige Möglichkeit, eine flächendeckende Ausbreitung zu verhindern", sagt er.

Quelle: RP
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