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Gut Gemacht
Kaulhausen zufrieden mit Hilfseinsatz in Eritrea

Gut Gemacht: Kaulhausen zufrieden mit Hilfseinsatz in Eritrea
Hilfe aus Deutschland, die dringend benötigt wird: Prof. Dr. Helmut Kaulhausen arbeitete zwei Wochen mit einem Team aus neun weiteren Helfern in der größten Geburtsklinik in Eritrea. FOTO: hammer forum
Radevormwald. RADEVORMWALD (rue) Prof. Helmut Kaulhausen ist zurück von seinem Hilfseinsatz in Eritreas Hauptstadt Asmara. Zwei Mal im Jahr reist der langjährige Chefarzt des Sana-Klinikums Remscheid für die Kinderhilfsorganisation Hammer Forum in das Land in Ostafrika, um das einheimische Personal weiterzubilden. Auch in diesem Herbst arbeitete der Radevormwalder mit seinem neunköpfigen Team zwei Wochen in der größten Geburtsklinik des Landes. Das Hammer Forum engagiert sich seit 22 Jahren in Eritrea. Und wie es aussieht, wird das Orota-Hospital auch noch auf lange Zeit Hilfe benötigen, da es durch die vielen Flüchtlinge und starre Strukturen im Krankenhaus, nur in winzigen Schritten möglich ist, den Standard der Geburtshilfe nachhaltig zu verbessern, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Team vom Hammer Forum musste vor allem für viele Anfänger Kurse und Vorträge halten. Hebammen, Pfleger, Schwestern und auch Studenten wurden in Theorie und Praxis der Neugeborenenversorgung, in Reanimation und Risikomanagement instabiler Kinder unterrichtet.

Im Orota Hospital, Eritreas größter Klinik des Landes, werden jährlich etwa 8000 Kinder auf die Welt gebracht. Auch während dieses Aufenthaltes der deutschen Helfer wurden zehn bis 15 Kinder während einer Tagschicht geboren - immer noch in Kreißsälen ohne fließendes Wasser, mit der Hilfe von überwiegend wenig erfahrenem Personal. Dass die Unterstützung bei den ersten Atemzügen entscheidend für das Überleben eines Kindes sein kann, wenn es selbst nicht ausreichend atmet, war eine der wichtigsten Botschaften, die Kinderärztin Dr. Regina Bahr vermittelte. Fast jeden Morgen waren Kinder zu beklagen, die in der Nachtschicht angeblich als Totgeburt zur Welt gekommen waren. In der Tagschicht waren häufig Reanimationen oder Atemhilfen notwendig, Totgeburten dafür sehr selten. Im Orota Hospital gibt es dagegen inzwischen nicht einmal mehr einen Kinderarzt für die Neugeborenen. In den vergangenen Jahren war wenigstens zeitweise ein kubanischer Arzt vor Ort. Hinzu kommt, dass viele der einheimischen Hebammen in der Kreißsaalausbildung demotiviert sind. Viele von ihnen haben zwei Arbeitsstellen, um finanziell zu überleben und lange Arbeitswege, das erklärt zumindest einen Teil der eingeschränkten Initiative.

Auch wenn die Rahmenbedingungen nach wie vor schwierig sind, so ist Kaulhausen mit dem, was während des Einsatzes erreicht werden konnte, zufrieden. In den zwei Wochen betreuten die Helfer 120 Geburten und untersuchten 300 Neugeborene. Bei 167 Patientinnen wurde ein Ultraschall durchgeführt, es gab 18 Stunden Vorträge für das Personal. 28 Mütter und fünf Jugendliche wurden operiert - darunter ein Mädchen, dass, obwohl in Eritrea gesetzlich verboten, als Kleinkind beschnitten worden war. "Die deutschen Ärzte konnten zum Glück die Vagina des Mädchens wieder vollständig herstellen", berichtet die Pressesprecherin des Hammer Forums, Jenny Heimann.

Der nächste Einsatz für das Team um Kaulhausen ist für Frühjahr 2018 geplant. www.hammer-forum.de

Quelle: RP
 
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