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Gut Gemacht
Mittagstisch trödelt im Wartburghaus

Radevormwald. RADEVORMWALD Zum zweiten Mal in diesem Jahr luden Helfer und Mitarbeiter des Ökumenischen Mittagstischs im Wartburghaus zu einem Trödelmarkt ein. Gläser, Porzellan, Spielwaren und Textilien, Schmuck und Bilder, Haushaltsartikel und Weihnachtsartikel - das Angebot ließ sich sehen. Fein säuberlich waren die Artikel sortiert - und das Gesamtbild im großen Saal erinnerte an ein gut ausgestattetes Warenhaus. Die Besucher stöberten konzentriert nach Schnäppchen. Schon lange Zeit vor dem geplanten Einlass um 9 Uhr stand eine Menschenschlange unter der Dachpergola vor dem Wartburghaus. Pünktlich schoben sich die Besucher dann ins Foyer und zu den Tischen. Kaum eine halbe Stunde später verließen die ersten Trödelmarkt-Besucher voll bepackt das Haus.

"Der Andrang ist immer sehr groß. Ich finde das ganz toll und freue mich auch darüber, wenn um den Preis gefeilscht wird. Das gehört dazu", sagte Renate Nickisch. Gerade konnte sie Saftgläser an eine syrische Familie für kleines Geld verkaufen. Britta Hageböcker beriet ihre Kundinnen in der Textilabteilung. "Wo ich heute eingesetzt wurde, war mir gleich. Es macht mir immer sehr viel Freude, hier helfen zu können", sagte sie. Eben noch beriet sie Doris König, die nach Küchentüchern Ausschau hielt. "Die Atmosphäre hier ist toll. Man findet immer etwas Nützliches und trifft meist auch Bekannte", erzählte sie. Das bunte Markttreiben beobachtete auch Bernd Hermann. Er hatte zusammen mit Karin Schmidt den Trödelmarkt organisiert. Mit einem 35-köpfigen Team brachte er die vielen Sachspenden, gesammelt über ein halbes Jahr, wieder unter die Leute. "Der Erlös geht eins zu eins an den Mittagstisch", sagte er. Jeder der beiden Trödelmarkte im Frühjahr und Herbst brächte einen warmen Geldregen, die für die Arbeit des Mittagstischs sehr wichtig sei. "Wir unterstützen etwa 600 Personen mit Lebensmitteln und Mittagessen. Da kommen schon Summen zusammen, die wir für Einkäufe benötigen", sagte er. Mit mulmigem Gefühl muss er derzeit weitere Sachspenden stoppen, da die weitere Lagermöglichkeit noch in Frage steht. "Wir hoffen ganz fest, dass wir hier im Wartburghaus noch etwas länger bleiben können. Weiter hilft uns die Stadtverwaltung sehr eifrig bei der Suche nach einer Alternative", sagte Hermann. Die Schließung des Wartburghauses ist geplant - somit könnte der Mittagstisch bald heimatlos sein. "Eine Lösung wird sich sicher finden, denn wir können die vielen Menschen nicht im Stich lassen", sagte er. Die Trödelkunden stärkten sich nach ihrem Rundgang mit Grünkohleintopf, Suppe, Kuchen oder belegten Brötchen. Viele Helfer hatten fleißig gewirkt, während andere für den Verkauf zuständig waren. SIGRID HEDDERICH

Quelle: RP
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