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Unterwegs
Prof. Kaulhausen hilft wieder den Ärmsten der Welt

Radevormwald. RADEVORMWALD (rue) Zu einem weiteren Hilfseinsatz in Eritrea ist der Radevormwalder Prof. Helmut Kaulhausen, Gynäkologe und langjähriger Chefarzt am Sana-Klinikum in Remscheid, im November in die Hauptstadt Asmara aufgebrochen. Für die Kinderhilfsorganisation "Hammer Forum" reiste er mit zehn weiteren Ärzten, OP-Schwestern und Hebammen in das ostafrikanische Land, um das einheimische Personal weiterzubilden.

"Offensichtlich hatte sich die Ankunft des deutschen Geburtshilfe-Teams bereits herumgesprochen, denn schon am ersten Tag des Einsatzes im Orotta-Hospital waren die Flure von zahlreichen Frauen gefüllt, die sich von den deutschen Ärzten behandeln lassen wollten", berichtet Jenny Heimann, Sprecherin des Hammer Forum.

Auch in den folgenden Tagen kamen so viele Patientinnen, dass das Team, neben zahlreichen Untersuchungen unter der Woche, eine weitere ausgedehnte Sprechstunde für das Wochenende einplante.

Auch die vom Hammer Forum nach Eritrea transportierten Medikamente und Verbrauchsmaterialien wurden dringend benötigt. Ein fast neuwertiges Ultraschallgerät mit drei funktionierenden Sonden, das von einer Gynäkologin aus Bergisch Gladbach gespendet worden war, fand einen neuen Platz in der Entbindungsabteilung.

Beim Abstecher des Teams in die Stadt Ghinda, wo der vom Hammer Forum weitergebildete, einheimische Arzt Dr. Dawit Estifanos inzwischen arbeitet, konnte das Team ein weiteres Ultraschallgerät übergeben. Die von Estifanos geleitete Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie des Ghinda Hospitals genießt inzwischen einen so guten Ruf, dass Patientinnen einen weiten Weg in Kauf nehmen, um sich hier behandeln zu lassen - "ein Beleg für die Nachhaltigkeit der Arbeit", schreibt Jenny Heimann.

Eritrea gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas. Mehr als 80 Prozent der Menschen sind in der einfachen Landwirtschaft beschäftigt, es gibt kaum Industrie. Noch immer sind die Folgen des jahrzehntelangen Krieges mit Äthiopien spürbar. Und nach wie vor ist der Krieg nicht beendet, vor allem in den Grenzregionen finden immer wieder Gefechte statt.

Die Säuglingssterblichkeit in Eritrea ist 17-mal höher als in Deutschland, und jedes 14. Kind wird nicht älter als fünf Jahre. Es mangelt nicht nur an medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterial, sondern besonders an qualifiziertem Personal. Im ganzen Land mit mehr als fünf Millionen Einwohnern gibt es nur knapp 300 Ärzte.

In der Geburtsklinik in Asmara kommen jedes Jahr 9000 Kinder zur Welt, jeden Tag werden dort bis zu 30 Babys geboren.

Das Hammer Forum hat die Klinik 2005 eröffnet. Der Radevormwalder Kaulhausen reist seit 2004 regelmäßig dorthin zu Hilfseinsätzen.

Quelle: RP
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