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Familientradition
Willi Bever verkauft sein Geschäft in Rädereichen

Radevormwald. RADEVORMWALD Ein Radevormwalder Familienbetrieb geht nach 131 Jahren in neue Hände über. Willi Bever (51) hat vor einem halben Jahr beschlossen, die Firma zu verkaufen, die er seit 1999 führt. "Ich mache das hier jetzt seit 32 Jahren, erst als Angestellter meines Vaters, später in Eigenregie. Nun ist es genug", sagt er. Seine Töchter wollten den elterlichen Betrieb nicht übernehmen, so blieb der Verkauf als einzig Lösung. "Es fällt mir aber auch nicht schwer, dass die Tradition nun zu Ende ist", sagt er.

Heizöl, Diesel, Tankstelle - und seit 1947 vor allem der Reifenhandel machten den Familienbetrieb in Rädereichen zu einer Institution in Radevormwald. Der Reifenhandel wird ab 1. September von Marc Dürhager (32) übernommen. Der gelernte Energieelektroniker ist seit mehr als zehn Jahren bei Willi Bever beschäftigt und hat von ihm in dieser Zeit alles gelernt, was es in diesem Metier zu wissen gibt.

"Leicht war die Entscheidung, in die Selbstständigkeit zu gehen, zwar nicht, aber ich bin mir sicher, dass die große Zahl von Stammkunden der Firma treu bleiben wird", sagt Dürhager. Für die Kunden wird sich auf den ersten Blick auch nicht viel ändern. Positiv für sie sind vor allem die geänderten Öffnungszeiten, da der Reifenhandel ab sofort auch am Samstagvormittag geöffnet hat. "Das ist vor allem für die berufstätigen Privatkunden eine wichtige Neuerung", sagt Dürhager. Kurzfristig wird auch eine Reifenwaschanlage als weitere Neuerung angeschafft.

Zwar werden sich die Kunden an eine neue Rufnummer, Tel. 02195 6893388, gewöhnen müssen, aber der Firmenname wird nur geringfügig geändert. Unter Reifenservice Bever, Inh. Marc Dürhager, sind ab sofort Pneus für Pkw, Lkw, Traktoren und Motorräder erhältlich.

Beim Restprogramm, dem Diesel- und Heizölverkauf, merken die Kunden noch weniger Unterschiede, denn alle sieben Angestellten werden vom neuen Eigentürmer, der Firma Lipps aus Hagen, übernommen. "Diesen Zweig auch noch zu übernehmen, wäre mir zu viel geworden", sagt Dürhager, der als betriebliche Unterstützung nur auf seine Frau zählen kann. "Das muss man ja auch alles allein stemmen können. Es ist besser, wenn das die Leute übernehmen, die sich damit auskennen", sagt er. Gut für den neuen Geschäftsinhaber ist nicht nur, dass Willi Bever ihm weiterhin beratend zur Seite steht, sondern dass die gesamte Übernahmesituation bestens geregelt wurde. Die Gebäude, alle Maschinen und vor allem der vorhandene Kundenstamm sorgen dafür, dass die Übernahme kein Sprung ins kalte Wasser wird. So kann Dürhager die Käufer auch weiterhin kompetent zu allen Reifenfragen beraten und wichtige Tipps zur richtigen Wahl weitergeben. Es bleibt auch Zeit, sich die ersten Gedanken zu möglichen Erweiterungen zu machen. "Ich kann mir vorstellen, dass ich in Zukunft auch Auszubildende zum Vulkaniseur einstellen werde", sagt Dürhager.

Einen wichtigen Ratschlag gibt er schon jetzt: "Wer neue Winterreifen braucht, sollte Mitte September die Wunschmarken bestellen. Dann gibt es noch gute Preise und eine gute Auswahl." In den Stoßzeiten im Herbst und Frühjahr werden die Öffnungszeiten dann auch großzügig verlängert.

Bever und Dürhager laden alle Kunden für Dienstag, 1. September, ab 17 Uhr zu einer zünftigen Grillwurst und einem Bier nach Rädereichen ein. MARION GERDEL

Quelle: RP
 
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