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Radevormwald
Stefan Kammerer gibt Benefizkonzert auf historischer Orgel

Radevormwald. Am Sonntagnachmittag nahm Stefan Kammerer an der Orgel der reformierten Kirche am Markt Platz, um Besucher mit den beliebtesten Orgelwerken zu verwöhnen. Sein Einsatz soll die Renovierung einer Wipperfürther Kirchenorgel finanziell unterstützen. Von Sigrid Hedderich

Die Orgel setzt mit aller Klangkraft ein und sogleich dürfte sich bei den Konzertbesuchern Gänsehaut breitgemacht haben. Da war es, das eine Motiv, das sogleich Emotionen weckt und einen "Ohrwurm"-Charakter hat: Die Toccata und die Fuge d-Moll von Johann Sebastian Bach gestalteten sich so zu einem ergreifenden Eisbrecher. Die nur wenigen Besucher lauschten ganz angestrengt, schienen sich gleich auf die Musik einzulassen. "Viele Musikfreunde wissen gar nicht, was sie heute verpassen", sagte Pfarrer Dr. Dieter Jeschke in seiner Begrüßung. Ihm war nicht entgangen, dass so viele Plätze frei blieben. Er äußerte die Vermutung, dass viele Menschen bei dem schönen Sonnenschein Eisdielen besuchen statt Konzerte.

Der Pfarrer war drei Umständen besonders dankbar, dass dieses hochkarätige Orgelkonzert von Stefan Kammerer gegeben werden konnte. Neben der Lust des Organisten, erneut die Orgel der reformierten Kirche zu spielen sowie die gute Kontaktpflege der Kirchenmusikerin Inga Kuhnert zum Gastorganisten überraschte Jeschke mit dem dritten Umstand: "Es ist der bergische Regen. Er hat die Luftfeuchtigkeit hier in der Kirche wieder ansteigen lassen. Somit kann die historische Orgel nach der bitteren Kälte wieder wohl klingen", sagte der Pfarrer.

Und wie gut die Orgel klang, davon bekamen die Besucher beim Konzert viel geboten. Kammerer, Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Wipperfürth, gab fast so etwas wie ein Wunschkonzert zum Besten. Neben Werken von Johann Sebastian Bach hatte er auch Stücke von Josef Gabriel Rheinberger, Felix Mendelssohn Bartholdy, Jean Francoic Dandrieu und Franz Schmidt ausgewählt. Fröhliche Sätze von Bach, wie die Triosonate in C-Dur mit Allegro, Largo und Allegro waren zu hören. "Das Werk ist, nur nach Gehör, eines meiner Lieblingswerke", sagte Kammerer.

Sanft und schon etwas verträumt dagegen gestaltete sich das Werk "Cantilene" von Rheinberger. Das "Halleluja", ein Praeludium in D-Dur von Franz Schmidt, gehört zu den jüngeren Meisterwerken. Kammerer spielte dieses Stück geradezu meisterhaft auf dem großen Kircheninstrument. "Die Technik dieses Werkes ist nicht ganz einfach. Es besitzt schon recht kniffelige Griffkombinationen, die langsam von mir ausgetüftelt werden mussten", sagte der Organist. Er freute sich, dass er in der reformierten Kirche musizieren konnte. "Ich möchte mit meinen Konzerten die Renovierungsarbeiten der Wipperfürther Kirche finanziell unterstützen. Was ich als eine Konzertreihe für Frühjahr bis in den Herbst geplant hatte, muss leider auf nur zwei Konzerte beschränkt bleiben", sagte er. Ein nicht geplanter berufsbedingter Ortswechsel stehe in Kürze an. "Ich verlasse mit meiner Frau Ende Juli die bergische Gegend", sagte er. Somit könne seine Orgelkonzertreihe nicht fortgeführt werden.

Quelle: RP
 
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