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Radevormwald
Stellung beziehen gegen rechte Tendenzen

Radevormwald: Stellung beziehen gegen rechte Tendenzen
Die Teilnehmer an dem Seminar übten an konkreten Beispielen das wirkungsvolle Argumentieren gegen rechte Sprüche und Parolen. FOTO: nico hertgen
Radevormwald. Der "Runde Tisch gegen Rechts" organisierte ein Argumentationstraining. Zehn Teilnehmer kamen. Von Flora Treiber

Wie man Rassismus, Rechtspopulismus und Neonazismus entgegentritt, haben die Teilnehmer am Seminar des Vereins "Runder Tisch gegen Rechts" gelernt. Geleitet wurde die Fortbildung von Carolin Hesidenz und Ilja Gold von der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus Köln. "In dem ersten Teil des Seminars haben wir uns mit der rechten Szene und ihrer Ideologie auseinandergesetzt. Wir haben Slogans, Texte und Argumentationsmuster analysiert", sagte Hesidenz.

An konkreten Beispielen aus den Erfahrungen der Seminarteilnehmer übten sie das wirkungsvolle Argumentieren gegen Rechts. "Wichtig ist aber auch zu erkennen, wann eine Diskussion keinen Sinn mehr macht und dann die Kraft aufzubringen, eine Diskussion beenden zu können. Das fällt vielen schwer", sagte Gold.

In Rollenspielen wurden besprochene Argumentationsstrategien angewendet. "Das hat gut funktioniert", sagte Hesidenz.

Armin Barg, Vorsitzender des "Runden Tisch gegen Rechts", wies auch darauf hin, dass man sich von vermeintlichen Fakten nicht verunsichern lassen darf. "Die Rechten schaffen Fakten, um ihre Gesprächspartner einzuschüchtern oder zu überzeugen. Darauf darf man sich nicht einlassen. Wichtig ist, dass man den Mut aufbringt, dagegen zu argumentieren und sie mit Gegenfragen zum Nachdenken anregt", sagte Barg.

Er nutze das Seminar auch dafür, um sich auf das Kulturfest vorzubereiten, das am 13. Juni auf dem Marktplatz stattfindet. "Bürger, die sich nicht täglich mit dem Neonazismus auseinandersetzen, sollten in Gesprächen auf Kernbegriffe wie Wirtschaftsflüchtlinge oder Islamismus achten. Daran kann man schnell erkennen, worauf der Gegenüber hinaus will", sagte Barg. Die Auseinandersetzung mit der rechten Szene hält Carolin Hesidenz für eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. "Wir müssen alle Stellung beziehen", sagte sie. Besprochen wurde ebenfalls, dass man Minderheiten oder Betroffene, die in rechte Diskussionen verwickelt werden, schützen und unterstützen muss. "Man kann ihnen entweder bei der Argumentation gegen Rechts helfen oder aber versuchen, sie aus der Situation zu befreien", sagte die Seminarleiterin.

Dass am vergangenen Samstag nur zehn Teilnehmer zu dem Seminar gekommen waren, führte sie auf die Form des Seminars zurück. "Das hat anscheinend nicht zu unserer Zielgruppe, hauptsächlich Jugendliche, gepasst."

Armin Barg sieht ein Problem auch in der Zusammenarbeit zwischen dem "Runden Tisch" und den weiterführenden Schulen. "Auf unsere Einladung, die wir vor sieben Wochen verschickt haben, haben wir keine Antwort erhalten", sagte er und zeigte sich sehr enttäuscht.

Quelle: RP
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