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Radevormwald
Stromkabel liegt in der Asphaltschicht

Radevormwald: Stromkabel liegt in der Asphaltschicht
Mit dem Auftreffen der Fräsmaschine auf das Kabel wurde es abgeschaltet. FOTO: wos
Radevormwald. Ein 10.000-Volt-Kabel, das in der Straßendecke der B 229/483 kurz vor Grüne liegt, hat am Montagnachmittag für einen großflächigen, kurzen Stromausfall gesorgt. Normalerweise liegt ein solches Kabel etwa einen Meter tief im Boden. Von Wolfgang Scholl

Ein in die falsche Bodenschicht eingebautes Stromkabel sorgte am Montagnachmittag für einen großflächigen Stromausfall. Um 15.28 Uhr traf die Fräsmaschine, die die Asphaltdecke zwischen dem Kreisverkehr Röntgenstraße und der Kreuzung Grüne abkratzte, das Stromkabel. "Es handelt sich um ein 10.000-Volt-Mittelspannungskabel und führt vom Gewerbegebiet Ost (Max-Planck-Straße) in das Gewerbegebiet Mermbach", sagt Stadtwerke-Pressesprecher Udo Knopp.

Das freigelegte Kabel liegt zwischen Asphalt- und Frostschutzschicht bei Grüne. Es hätte unter die beiden Schichten verlegt werden müssen. FOTO: wos

Kurz nachdem die Fräsmaschine das Kabel getroffen hatte, beendeten Compueter ihren Dienst oder wurden automatisch herruntergefahren, selbst Drucker eines Geldinstituts verweigerten mitten in der Arbeit eines Auszuges den Dienst. "Wir sind auch vom Sana Krankenhaus und der Feuerwehr angerufen worden", sagt Knopp. In vielen Fällen gebe es für einen Stromausfall Schutzeinrichtungen, deren Akkus einen Server runterfahren, oder es sprängen wie zum Beispiel im Krankenhaus Notstromaggregate an.

Mit der Zerstörung des Kabels ist der Bereich zwischen zwei Sicherungen automatisch vom Netz gegangen, erklärt Knopp. Bis 15.44 Uhr waren die Umschaltarbeiten abgeschlossen. An einem Teil der Stationen gab es zwischen 16.04 und 16.20 Uhr noch einmal kurzzeitig Probleme.

Ursache des Schadens ist ein Kabel, das in einer Höhe von etwa 20 bis 30 Zentimeter in die Straßendecke eingebaut worden ist. Normalerweise liegt die Mindesttiefe von Versorgungskabeln bei 0,60 Meter. "Sie werden zwischen 0,60 und 1,20 Meter tief verlegt. Mittelspannungskabel sollten mindestens in einer Tiefe von einem Meter liegen", sagt Knopp. Man sei deshalb intensiv auf der Suche nach dem Datum der Kabelverlegung. Bei den Stadtwerken hat es zwischenzeitlich auch einen Wechsel des Leitungsbetreibers gegeben.

Johannes Szmais, Pressesprecher von Straßen.NRW aus Gummersbach, dem Auftraggeber der Straßensanierungsarbeiten, erklärt den Straßenaufbau einer Bundesstraße: "Wir haben eine etwa 22 Zentimeter starke Asphaltschicht und darunter eine 50 Zentimeter dicke Frostschutz-Schicht. Erst darunter dürfen Versorgungsleitungen liegen." Zum Zeitpunkt der Verlegung könne auch er nichts sagen. Da gebe es zwei Möglichkeiten. Das Kabel könnte bei Straßenarbeiten verlegt worden sein, es könnte aber eine spätere Aktion des Versorgungsträgers gewesen sein. "Querverlegungen sind in den Straßen durchaus möglich und werden mit uns abgesprochen", sagt Szmais und ergänzt, "allerdings nicht in dieser oberen Bodenschicht".

Vor größeren Sanierungsarbeiten gebe es immer Besprechnungen mit den betroffenen Unternehmen. Straßensanierungsarbeiten würden mit den Versorgungsträgern für Kanal, Gas, Wasser, Strom, Telekom und Straßenbeleuchtung abgesprochen, sagte Szmais. Dabei werde auch festgelegt, an welcher Stelle die Leitungen verlegt werden.

"Verzögerungen bei den Sanierungsarbeiten auf der Bundesstraße 229/483 wird es nicht geben", sagte Markus Schmidt von den Stadtwerken. Wegen des Dauerregens waren die Arbeiten gestern unterbrochen. "Wir haben bereits Kontakt zu unserem Betriebsführer Westnetz, der die Stromleitungen und Trafos wartet und unterhält, Kontakt aufgenommen, damit das Tieferlegen des Kabels und nötige Erneuerungsarbeiten schnell erledigt werden", sagt Markus Schmidt und führt fort: Danach könne dann auch umgehend mit dem Aufbau der neuen Tragschicht begonnen werden, damit dieser Straßenabschnitt zeitnah wieder freigegeben werden kann.

Quelle: RP
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