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Radevormwald
Sturmtief "Burglind" entwurzelt Bäume

Sturmtief "Burglind" trifft mit Orkanböen auf NRW
Sturmtief "Burglind" trifft mit Orkanböen auf NRW FOTO: Oliver Berg/dpa
Radevormwald. Ein Auto wurde zwischen umgestürzten Bäumen eingeschlossen, das Örtchen Hürxtal bei Filde war von der Außenwelt abgeschnitten. Von Tim Kronner

Glück im Unglück hatte der Fahrer eines PKW, der am Mittwochmorgen zwischen Remlingrade und der L 414 unterwegs war. "Der Fahrzeugführer musste wegen eines umgestürzten Baumes auf der ehemaligen K 6 anhalten. Als er zurücksetzte, fielen vor und hinter ihm weitere Bäume auf die Straße", berichtet Feuerwehr-Einsatzleiter Michael Diebel. "Hätte der Fahrer nicht so schnell reagiert, wäre ihm ein Baum aufs Dach gefallen. Zum Glück ist das gut gegangen", sagt Diebel. Das beschädigte Auto bekam der Mann nach der Bergung durch den Bau-Betriebshof zurück, die Straße blieb allerdings gesperrt. Denn auf der gesamten Strecke fällte das Sturmtief "Burglind" mit seinen orkanartigen Windböen laut Betriebshof rund 30 Bäume. Es waren nicht die einzigen Schäden, die die Wetterfront in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch anrichtete.

17-mal rückte die Feuerwehr zu sogenannten technischen Hilfeleistungen aus - hauptsächlich fielen Bäume auf Straßen und Gebäude. Insgesamt waren fünf von neun Einheiten im Einsatz. Drei davon fuhren am Mittag nach Hürxtal an der Ennepe-Talsperre. "Der Vorort des Dorfs Filde war durch umgestürzte und entwurzelte Bäume auf mehreren Zufahrtsstraßen komplett von der Außenwelt abgeschnitten", sagt Diebel. Die Beseitigung dauerte bis in den frühen Nachmittag, da die neun großen Bäume ineinander verschachtelt lagen. "Außerdem ist ein Baum, der direkt an der Straße stand, mitsamt Wurzelteller umgekippt. Dadurch wurde die Fahrbahn beschädigt", sagt Diebel. Darüber hinaus rückte die Feuerwehr unter anderem nach Obernhof, wo ein Dach teilweise abgedeckt wurde, und in Richtung Zum Hofe aus, wo ein Baum auf einen Flüssiggastank gefallen war. Die Polizei verzeichnete kreisweit 41 Einsätze - sechs davon entfielen auf Rade. Insgesamt gab es acht Unfälle, es blieb bei Sachschäden.

Sturmtief "Burglind" fegt über NRW

Einen solchen erwischte auch die Feuerwehr selbst. "Wir mussten ein Einsatzfahrzeug stilllegen, nachdem ein herabfallender Ast gegen die Windschutzscheibe geprallt war", berichtet Diebel. Verletzt wurde dabei niemand, auch sonst vermelden Feuerwehr und Betriebshof keine schweren Schäden. Ein Landwirt in der Ortslage Hulverscheidt trug dazu bei. "Ein Telefonleitungsmast drohte umzukippen. Der Mann sicherte diesen mit seinem Radlader kurzerhand selbst", sagt Betriebshofleiter Norbert Petri erfreut. Er und sein Team waren wie die Feuerwehr in Bereitschaft und auf das Sturmtief eingestellt. "Die Kettensägen lagen bereit", sagt Petri. Und auch Diebel stellt fest: "Die Vorwarnungen waren berechtigt und haben sich bestätigt. Wir sind froh, dass es hauptsächlich bei Verkehrsbehinderungen geblieben ist."

Damit es in den kommenden Tagen nicht doch noch zu Personenschäden kommt, rät das Regionalforstamt vom Betreten der Wälder ab. "Örtlich hat es erhebliche Schäden durch Windbruch gegeben", teilt Kay Boenig, Leiter des Regionalforstamtes, mit. Boenig weiter: "Teilweise hängen noch Baumteile in den Wipfeln und fallen erst Tage später hinunter. Die Aufarbeitung der Orkanschäden kann noch zwei bis drei Wochen dauern."

Schäden durch Sturmtief "Burglind" in ganz Deutschland FOTO: Frank Rumpenhorst/dpa
Quelle: RP
 
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