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Radevormwald
Täglich im Wald spielen und lernen

Radevormwald: Täglich im Wald spielen und lernen
Dean (v.l.), Julia, Mia und Angarag gehören zur Gruppe der "Dreckspatzen" der städtischen Kindertagesstätte Sprungbrett an der Herderstraße mit den Erzieherinnen Ursula Grahl und Gabriela Brocksieper. FOTO: Nico Hertgen
Radevormwald. Zwölf Kinder der Städtischen Kindertagesstätte Sprungbrett aus Bergerhof gehören als "Dreckspatzen" zur Wald-Kindergartengruppe. Mit zwei Erzieherinnen sind sie sieben Stunden im Bauwagen oder im Wald beschäftigt. Von Wolfgang Scholl

Die Natur kennenlernen, sich in ihr bewegen und spielen und lernen. Das erleben seit dem Sommer zwölf Kinder des "Sprungbrett". Zusammen mit zwei Erzieherinnen haben sie am Espert jetzt einen großen Wohnwagen, der Ausgangspunkt aller Aktivitäten ist.

"Wir hatten einen Bedarf an neuen Kindergartenplätzen und musten schnell eine neue Gruppe einrichten", sagt Sönke Eichner, Pädagogischer Leiter im Fachbereich Jugend und Bildung im Rathaus. Da die Stadt parallel auch ihr pädagogisches Angebot erweitern wollte, ist die Waldgruppe "Dreckspatzen" entstanden. Im vergangenen Frühjahr ist die Gruppe von der Stadt beim Landschaftsverband beantragt worden. "Das war für uns eine Möglichkeit, bis zum neuen Kindergartenjahr im Sommer eine neue Gruppe einrichten zu können", sagt Eichner.

Dass der Name "Dreckspatzen" Programm ist, können Eltern verstehen, deren Kinder sich regelmäßig in der Natur aufhalten. Die beiden Erzieherinnen stammen aus dem "Sprungbrett" und waren vorher schon mit Kindern oft im Wald. "Eltern entscheiden sich bewusst für die 35-Stunden-Gruppe. Kinder können bei uns in dieser Gruppe hospitieren", sagt Alina Gravelaar, Leiterin des "Sprungbrett". Sie besucht die im Aufbau befindliche Gruppe täglich und hält Kontakt zu Erzieherinnen und Kindern.

Die Gruppe trägt den passenden Namen "Dreckspatzen". FOTO: wos

Der Tag bei den "Dreckspatzen" beginnt morgens um sieben Uhr mit dem Frühstück im Bauwagen. Danach geht es zu verschiedenen Plätzen in der Natur. Es gibt einen Platz, wo die Kinder draußen sitzen und singen können, an anderen Stellen wird gespielt. Der aktuelle Platz des Bauwagens ist ein provisorischer. Als der Wagen Ende November ankam, musste er noch eingeräumt werden. "Danach war es zu feucht, den Wagen in den Wald zu ziehen", sagt Eichner, "wir warten auf eine trockene Zeit, um den Wagen an seinen vorbestimmten Platz zu bringen."

Das Waldstück, das sich im städtischen Eigentum befindet, ist zuvor im Auftrag von Revierförster Bernhard Priggel durchforstet worden. Die Kinder haben damit eine ideale Spielfläche. "Es läuft sehr gut", sagt Alina Gravelaar. Die neue Art der Kindergartenarbeit habe sich eingespielt. Jetzt können weitere Kinder angemeldet werden. Ausgelegt ist die Gruppe für bis zu 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Bedingung ist, dass die Kinder Spaß am Leben in der Natur haben und die Eltern dies auch unterstützen - weil die Kinder auch eine richtige Ankoppelung zur Natur bekommen sollen. So muss auch der Umgang mit Zecken und Pilzen von den Drei- bis Sechsjährigen gelernt sein. "Die Kinder brauchen reichlich Kleidung, weil sie oft draußen und halt ,Dreckspatzen' sind", sagt die Kita-Leiterin. Sie berichtet von einem Jungen, der sich die Gruppe einmal anschauen wollte. Die Mutter war zuerst sehr skeptisch. "Nach vier Stunden sagte der Junge, er wolle bleiben. Die Mutter hat zugestimmt, heute ist der Sohn ein ,Dreckspatz'", sagt Alina Gravelaar. Sie räumt auch mit dem Vorurteil auf, dass die Kinder der Waldgruppe häufiger krank sind. Eher das Gegenteil sei der Fall. Regelmäßige Bewegung in der Natur härte ab.

Quelle: RP
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