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Radevormwald
Taekwondo-Europameister aus Rade

Radevormwald. Bei der "European Master Championship" in Luxemburg in der Kampfsportart Taekwondo siegte Markus Hens in der Klasse 45 bis 49 Jahre und plus 80 Kilo. Jetzt erholt er sich vom Wettkampf und will sich um den Nachwuchs kümmern. Von Flora Treiber

Der Taekwondo-Europameister wohnt in Radevormwald. Markus Hens sicherte sich den Titel in seiner Alters- und Gewichtsklasse in Luxemburg und hat damit all seine sportlichen Ziele erfüllt. "Ich blicke wirklich zufrieden auf die Erfolge der vergangenen Jahre. Ich habe alles erreicht, was ich erreichen konnte", sagt der 46-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion.

Mit Taekwondo hat er 1984 im TSV Wuppertal angefangen. Diesen Verein hat er nie verlassen. Der gebürtige Wuppertaler ist heimatverbunden und hat in seinem Verein alle Grundlagen seines sportlichen Könnens erlernt. Dass er jetzt Europameister ist, freut seine Trainer und Kollegen sehr. "Ich habe mir Chancen ausgerechnet, aber sicher war ich mir natürlich nicht. Besonders nicht nach der Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft", sagt Hens. Die ist für ihn nämlich nicht optimal gelaufen, denn die Umstellung des Regelwerks war an ihm vorbeigegangen. "Ich war mir darüber nicht bewusst und habe deswegen viele Punkte verloren. Für die Europameisterschaft habe ich deswegen umso härter trainiert", berichtet er.

Das Training des Taekwondoka findet nicht nur in Wuppertal, sondern auch unmittelbar vor seiner Haustür in Radevormwald statt. "Meine Ausdauer trainiere ich am liebsten in der freien Natur. Wie im Film laufe ich Treppenanlagen hoch und runter. Bis zur Erschöpfung", sagt er. Dass Markus Hens für seinen sportlichen Erfolg bis an die Schmerzgrenze geht, ist für seine Freunde und Familie nicht immer leicht. Sie unterstützen ihn aber trotzdem bei seinen Wettkämpfen und Zielen. "Ohne Unterstützung kann man diese Leistung nicht erbringen. Jetzt fahre ich aber erst einmal einen Gang runter", kündigt der 46-Jährige an.

Die Verletzungen der vergangenen Monate machen dem Sportler immer noch zu schaffen. Da sind gezerrte Bänder und Finger, die nicht mehr in ihre Gelenkpfanne zurückwollen. Gelohnt haben sich die Strapazen aber allemal, denn der Stolz über den Sieg der Europameisterschaft begleitet Markus Hens täglich.

In seinem eigentlichen Beruf kommen ihm die körperliche Stärke und die geistige Ausgeglichenheit zugute. Er arbeitet als Altenpfleger im Haus Thiele in Dahlerau. "Die Disziplin und die mentale Stärke, die ich durch Taekwondo erlernt habe, helfen mir jeden Tag. Ich kann diesen Sport jedem empfehlen", sagt er. Der größte Gegner sei man immer selber. "Man steht sich selber im Weg, macht Fehler oder trifft falsche Entscheidungen. Sport bringt uns bei, richtig damit umzugehen", sagt Hens.

Die Gegner, auf die Markus Hens in Luxemburg gestoßen ist, musste er auch zunächst beobachten, um sie richtig einzuschätzen. "Ein Gegner aus Weißrussland war sehr stark. Im Finale habe ich gegen einen sehr erfolgreichen Österreicher gekämpft. Die Taktik, die ich mir zusammen mit meinem Trainer ausgedacht habe, hat allerdings funktioniert", sagt Hens.

Jetzt, mehrere Wochen nach seinem Sieg, lässt er den finalen Kampf bei den Europameisterschaften noch oft Revue passieren. Sein Wissen gibt er in Zukunft weiterhin als Trainer des TSV Wuppertal an den Nachwuchs weiter.

Quelle: RP
 
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