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Radevormwald
"Tapferkeit" als Thema einer Theater-Saison

Radevormwald: "Tapferkeit" als Thema einer Theater-Saison
Schauspieler des Rheinischen Landestheaters Neuss zeigten Szenen aus Vorschlägen bereits für die nächste Spielzeit 2016/17. FOTO: nico Hertgen
Radevormwald. Schauspieler des Rheinischen Landestheaters Neuss (RLT) stellten gestern im Bürgerhaus Stücke für die nächste Spielzeit vor. Im Angebot stehen wieder Klassiker von Shakespeare bis zu modernen Stücken. Von Sigrid Hedderich

Im Schnelldurchgang, aber vorzüglich in Szene gesetzt, stellten die Schauspieler im Mehrzweckraum des Bürgerhauses neuen Stücke vor. Einmal schnuppern hieß es, fühlen, wie bekannte Stücke in neuem Gewand erkennbar werden. Darauf ließen sich die Darsteller mit "Leib und Seele" ein. Mal wurde laut geflucht, mal leise getrauert, die Palette von Gefühlen und Emotionen zeigte sich vielschichtig. "Wir freuen uns, Ihnen heute wieder ein vielfältiges Programm zeigen zu können", sagte Alexandra Engelmann vom RLT. Unter ihren Augen, wie auch denen des Regisseurs Sebastian Zarzutzki, spielten die Darsteller Andreas Spaniol, Josia Krug, Johanna Freyja Iacono-Sembritzki und Hergard Engert unterschiedlichste Rollen.

In der Komödie "Drei Mal Leben" von Yasmine Reza geht es in einem Wortgefecht um die Zahnpflege der Kinder. Apfel oder Zähneputzen oder beides oder keines? Dann die Türklingel. Besuch steht auf der Matte. Niemand hat mehr daran gedacht, der Termin war vergessen. Jetzt muss improvisiert werden. Trautes Familienleben. Tapfer muss das Elternpaar Haltung bewahren.

"Tapferkeit" ist das Motto der Spielzeit 2016/17. So wird Tapferkeit von der "Jungfrau von Orleans" für Gott und Vaterland erwartet. Der Klassiker (Friedrich Schiller) wird in "altem" Spielkleid gezeigt, das durchaus mit viel Tüll aufgepäppelt wirkt. In "Jenny Jannowitz", einer Tragik-Komödie von Michel Decar, werden Zeit und Zeitverschiebung rund um den Erdball untersucht.

Dr. Petersen ist mit Carlo Kallmann im Auto unterwegs. Er unterrichtet ihn über seine bevorstehende Versetzung. "Ganz nach Osten", antwortet er auf die bange Frage "Wohin?". Der Osten zeigt sich letztlich über Prag, Moskau, Peking, Tokio, New York und London als "Hannover". Osten scheint überall zu sein. "Baumeister Solness" ist ein Schauspiel von Henrik Ibsen. In dem Stück schaut ein kleiner Flirt von vor zehn Jahren vorbei. Er hatte dem Fräulein damals ein Königreich versprochen und nichts gehalten. Jetzt ist es dem hübschen Flirt an der Zeit, mit dem großen Turmbauer abzurechnen.

Die Kostproben kommen Schlag auf Schlag, der Zuschauer muss aufpassen. Jetzt sind die Zwillinge, die ihre Mutter, eine Hure, endlich kennenlernen, am Zug. In "Jenseits von Eden" wird eine Familiensaga erzählt. Auch darf "Wie es euch gefällt" von William Shakespeare belauscht werden. Zwei Schwestern planen ihre große Flucht. Auch "Corpus Delicti" von Juli Zeh und "Der nackte Wahnsinn", eine Komödie von Michael Frayn, stehen zur Auswahl. "Wir erhalten Eindrücke von den Stücken, die Inszenierungen kommen später", sagt Michael Teckentrup, Vorsitzender des Kulturkreises. Neun Schauspiele stehen zur Auswahl, drei weitere für das Kinder- und Jugendprogramm. Unter ihnen "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" von Michael Eden.

Nach der Präsentation gab es die Gelegenheit zum Gespräch mit dem RLT-Team. Mitglieder und Gäste dürfen dem Kulturkreis jetzt Vorschläge zum "Einkauf" unterbreiten. Unter den Teilnehmern werden zwei Karten für eine Kabarett-Veranstaltung in Wuppertal verlost.

Quelle: RP
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