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Radevormwald
THG-Schüler möchten Flüchtlingen helfen

Radevormwald: THG-Schüler möchten Flüchtlingen helfen
FOTO: Moll
Radevormwald. Im Theodor-Heuss-Gymnasium informierten sich Schüler bei Sozialarbeiter Sebastian Michaelis. Von Marion Gerdel

Freunde wollen sie werden, bei der Integration helfen und Barrieren abbauen. Diese Ziele haben sich Damla Akdemir (15), Alina Kossendey (15), Janine Weber (16) und Lenja Raschke (14) gesetzt. Als in der eigenen Familie die Idee aufkam, ein Flüchtlingskind aufzunehmen, das ohne Begleitung in Europa angekommen ist, stieß diese Idee bei Damla Akdemir sofort auf Zustimmung. "Auch, wenn wir uns dann ein Zimmer teilen müssten, das wäre mir egal", sagt sie mit Überzeugung.

Sie fand, dass noch mehr Familien diesem Beispiel folgen sollten. Deshalb hat sie mit ihren Freundinnen ein Projekt gestartet, das sie gestern Mittag ihren Mitschülern aus der Einführungsphase (Jahrgangsstufe 10) vorstellten. Etwa 100 junge Männer und Frauen folgten ihren Ausführungen.

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Mit großer Überzeugung und Euphorie erklärte sie ihren Mitschülern die Situation, in der sich die Flüchtlinge befinden. "Seid ihr euch eigentlich im Klaren darüber, wie gut wir es hier haben?", fragte sie, und erklärte auch gleich, wie sie und ihre Mitstreiterinnen sich die Hilfe konkret vorstellen.

Ihr Hauptprojekt ist die Vermittlung von minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen. Der administrative Aufwand und die Voraussetzungen, die die Familien dafür erbringen müssen, sind nicht unerheblich. Wer sich dennoch für diese wichtige Hilfe interessiert, der kann sich von der holländischen Hilfsorganisation Nido (www.nidos.nl) alle benötigten Informationen geben lassen.

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Aber die Schülerinnen wissen, dass auch noch weitere Hilfe benötigt wird und haben ihr Projekt entsprechend ausgeweitet. Kleidung, Spielzeug, Hygieneprodukte, Windeln und Schuhe sollen gesammelt werden. Daraus werden die Schülerinnen sogenannte Starter-Pakete packen, die den ankommenden Flüchtlingen überreicht werden sollen.

Um an dieser Stelle bei den Paketen sinnvolle Zusammensetzungen zu finden, erhalten die Gymnasiasten Hilfe von Sebastian Michaelis. Der Sozialarbeiter ist im Fachbereich Soziales und Ordnung zuständig für alle ankommenden Flüchtlinge und weiß daher, welche Flüchtlinge besondere Unterstützung benötigen.

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Neben den Starter-Paketen sollen weitere Projekte gestartet werden. Eine erste Idee dazu ist das "Kochen der Kulturen". "Hier wollen wir gemeinsam kochen und vielleicht erste Freundschaften schließen", hofft Damla Akdemir. "So wollen wir den Flüchtlingen in unserer Stadt das Gefühl geben, hier willkommen zu sein. Denn könnt ihr euch vorstellen, wie schwer es für sie sein muss, sich hier einzufinden? Sie verstehen die Sprache nicht, die Kultur ist ihnen fremd und sie kennen niemanden", appellierte sie noch einmal an ihre Mitschüler.

Um sich besser kennenzulernen, soll auch eine Jugendgruppe gegründet werden, die sich ein- bis zweimal im Monat im Wartburghaus der Lutherischen Kirchengemeinde an der Andreasstraße treffen soll. Dort soll miteinander gespielt und auch gelernt werden.

Mit dem Projekt "How to get a german" soll dann auch noch geholfen werden, dass jüngere Flüchtlinge lernen, die deutsche Sprache schnell und möglichst einfach zu beherrschen. Zum Schluss stellte Damla noch einmal ihren Standpunkt dar: "Ich finde es schön, wenn Deutschland ein buntes Land ist. Man lernt doch durch die anderen Kulturen. Immer nur schwarz-weiß ist langweilig."

Quelle: RP
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