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Radevormwald
Tibetische Mönche bauen Sandmandala

Radevormwald: Tibetische Mönche bauen Sandmandala
Radevormwald. Besuch aus dem Kloster Khangtsen Ngari in Süd-Indien erwarten Li und Peter Hardt vom Asiatischen Museum vom 22. bis 26. Juni. Organisiert wird der Aufenthalt von Kirsten Wehner. Besucher erleben Dias, Theater und ein Sandmandala. Von Joachim Rüttgen

Das Asiatische Museum in Sieplenbusch lässt seit seiner Eröffnung im August 2014 die Besucher Kunst, Kultur und Heiligtümer aus Asien hautnah erleben. Zu einer ganz besonderen Erfahrung dürfte der Besuch tibetischer Mönche vom 22. bis 26. Juni werden. Sechs Mönche aus Karnataka in Süd-Indien aus dem Kloster Khangtsen Ngari machen auf ihrer Europa-Tournee auch Station in Radevormwald. Dabei handelt es sich um Exil-Tibeter, die in ihrem Dorf mit 5000 Mönchen zusammenleben und dem Dalai Lama als Oberhaupt direkt untergeordnet sind. Sie gehören dem sogenannten "Gelbmützen-Orden" an.

Den Besuch organisiert hat die Remscheiderin Kirsten Wehner. Die 58-Jährige ist begeisterter Asien-Fan und knüpfte nach der Eröffnung des Asiatischen Museums freundschaftliche Kontakte zu Li und Peter Hardt. Sie kennt die Mönche bereits persönlich von einer Tournee im vergangenen Jahr und freut sich jetzt darauf, die Mönche und ihre Lebensweise auch in Radevormwald vorstellen zu können.

Die Mönche aus Süd-Indien bei einem Besuch 2015 in Europa. FOTO: wehner

Für die Mönche im Mittelpunkt ihres Besuchs steht ein Sandmandala (Kunstwerk mit buntem Sand, Foto), das sie in den Räumen des Museums erstellen werden. Hinzu kommen Theaterstücke, ein Diavortrag und private Hausweihungen. Auf ihren Reisen quer durch Europa unterrichten die Mönche in buddhistischen Klöstern.

"Wir möchten mit dem Besuch der Mönche alle Leute ansprechen, die ihren Horizont erweitern und sich mit dem Buddhismus beschäftigen wollen", sagt Kirsten Wehner. Die "Europa-Friedenstour" der Mönche diene dazu, Geld zu sammeln, um in dem Bezirk, in dem die Mönche leben, Schulen zu bauen. "Die Mönche sind besitzlos und leben ihre ganz eigene Philosophie", sagt die Organisatorin. Ihr sei es auch wichtig, das Museum in Sieplenbusch bekannter zu machen. "Mit einem Bühnenstück berichten die Mönche auch über ihr Leben im Kloster. Da können die Besucher sehen, was die Mönche so alles tun. Sie beten, rezitieren und schreiben in Sanskrit", erklärt sie. Sie sei begeistert von diesem so völlig anderen Weltbild, ein anderes Denken, das die Welt nicht in Schranken sehe, sondern immer wieder auch die Chance ermögliche, über den eigenen Tellerrand zu blicken. "Die Mönche wollen vermitteln, sich als Volk vorstellen und damit die Besucher bereichern", sagt Kirsten Wehner.

Die Mönche werden bei ihrem Besuch in Rade stets in ihrer traditionellen Tracht auftreten, das mache ihr Anliegen deutlicher und nachvollziehbarer. Kirsten Wehner wird bei den Darbietungen eine Einführung geben, damit die Besucher verstehen, was passiert. "Im Hintergrund laufen Dias, hinzukommen Tänze, alles originalgetreu", versichert sie. Um die Ausrüstung nach Rade mitzubringen, sei ein aufwendiger Transport nötig. "Aber für die Besucher wird sich das lohnen, sie werden ein sehr buntes Programm erleben", sagt Kirsten Wehner.

Weil Peter Hardt das Sandmandala bestellt hat, wird es nicht wie sonst üblich wieder zerstört. "Normalerweise wird es wieder zerstört, um das Leben zu versinnbildlichen, in Radevormwald wird nur das Ritual der Zerstörung gezeigt", kündigt die Organisatorin an.

Die Mönche seien keine einfachen Mönche, sondern ausgebildete Hochschullehrer, sogenannte "Geshe", die zwölf bis 18 Jahre gelernt haben - mithin professorenähnliche Titel tragen. "Das sind sehr angesehene Menschen, denen der Dalai Lama persönlich sein Einverständnis für die Reise nach Europa gegeben hat", berichtet Kirsten Wehner. Darüber gebe es auch entsprechende Zertifikate.

Die 58-Jährige freut sich auch persönlich über den Besuch der Mönche, weil sie schon als junge Frau gerne die Welt und schöne Dinge kennengelernt hat. Nach dem Studium (Sport, Politik, Deutsch) ist Kirsten Wehner viel gereist, ging für 26 Jahre in die Pharmaindustrie (15 Jahre davon in Holland), bekam dort sogar eine verantwortliche Managementstelle. "Ich habe 26 Jahre fast täglich Orientalismus betrieben und durch die Beschäftigung mit Yoga und Meditationen seit zwölf Jahren tibetischen Buddhismus", berichtet sie.

Quelle: RP
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