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Radevormwald
Tierheimgäste müssen operiert werden

Radevormwald: Tierheimgäste müssen operiert werden
Pflegedame Claudia Dilly mit Luna (rechts), einer 9 Monate junge American Staffordshire Terrier/Pitbull Terrier-Mix-Hündin. Sie hat eine Deformation der linken Hüftedurch eine schwere Verletzung des Oberschenkelknochens. Daneben liegt ihre beste Freundin Kira (Rottweiler) FOTO: Moll Jürgen
Radevormwald. Heim sammelt Spenden für Vierbeiner, die ärztliche Hilfe brauchen. Halter geben kranke Tiere einfach ab. Von Cristina Segovia-Buendía

Das auch für Radevormwald zuständige Tierheim in Remscheid-Lennep an der Schwelmer Straße steuert wieder einmal auf finanziell schwere Zeiten zu. Diesmal benötigen gleich mehrere Tiere, sechs Hunde und zwei Katzen, eine teure Operation. Das bedeutet Kosten von mehreren Tausend Euro, die der Verein allein nicht tragen kann. Am Sonntag veranstaltete das Tierheim daher ein kleines Fest mit Trödel und Leckereien, um Tierfreunde ins Heim zu locken und Spenden für "Not-Fellchen in Aktion" zu sammeln. Die Besucher kamen zahlreich.

Luna ist eins von den Not-Fellchen, die dringend Hilfe brauchen. Der neun Monate alte Pitbull-Terrier-Mix leidet an einer deformierten Hüfte. Wegen illegaler Einführung aus dem Ausland und einer fehlenden Halter-Erlaubnis landete der verschmuste Vierbeiner im Heim. Ohne Folgekosten, so kalkuliert Tierheimleiterin Andrea Reitzig, belaufen sich die OP-Kosten auf gut 3500 Euro. Allein für Luna.

Doch mit den fünf anderen Hunden und den beiden Katzen stehen sieben weitere Sorgenkinder auf dem Zettel der Tierheimleitung, die teilweise schon in Behandlung sind. "Aktuell belaufen sich die Kosten schon auf gut 10.000 Euro", sagt Reitzig. Dabei ist noch nicht alles gemacht. "Wir hatten 2015 außergewöhnlich viele Tiere, die mit solchen Problemen zu uns gekommen sind", berichtet die Tierheimleiterin.

Teilweise seien es Tiere, die von Haltern wegen eben dieser Probleme ausgesetzt wurden. "Viele können sich Tierarztkosten nicht leisten." Doch darüber, so findet die Tierschützerin, müssten sich die Leute im Vorfeld Gedanken machen. Immer wieder landen Tiere, die krank und alt sind, im Tierheim, ausgesetzt an der Straße oder, wie bei einer Schildkröte, "einfach in einem Karton neben dem Müllcontainern abgestellt." Die Argumente sind meist dieselben: "Plötzliche Allergie, Trennung vom Partner, keine Zeit mehr", zählt Reitzig auf.

Aktuell beherbergt das Tierheim an der Schwelmer Straße 30 Hunde und mehr als 90 Katzen, darunter drei frischgebackene Mütter mit zehn Kitten. "Hier muss man schon mit Herzblut drinstecken", sagt die Tierheimleiterin und lobt ihr Team aus Vollzeit- und Teilzeitkräften und Azubis. "Ohne dieses tolle Team und die vielen ehrenamtlichen Helfer, die als Gassi-Geher oder Katzen-Krauler aushelfen, würde es nicht funktionieren."

Als finanzielle Einnahmequelle betreibt das Tierheim eine Tierpension, für die Zeit, wenn Frauchen und Herrchen in den Urlaub fahren. "Die wird gut angenommen, so dass wir eigentlich auch ausbauen müssten." Doch dafür fehlt das Geld. Zu den laufenden Kosten kommen die teuren Operationen dazu. "Alles nicht so einfach", gesteht die Tierheimleiterin. Reitzig hofft daher weiterhin auf eine hohe Spendenbereitschaft.

Quelle: RP
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