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Radevormwald
Touristen bringen 60 Millionen Umsatz

Radevormwald. Im geplanten Tourismus-Büro im Outlet-Center in Lennep könnten auch die drei Nachbarstädte vertreten sein. Von Stefanie Bona und Wolfgang Scholl

Das Städtedreieck und die umliegenden Städte haben touristisches Potenzial und sollen durch das geplante DOC in Lennep noch mehr Anziehungskraft auf Tagestouristen und Übernachtungsgäste entfalten. Dazu wünschen sich die Mitglieder des Remscheider Ausschusses für Stadtentwicklung eine frühe Kontaktaufnahme mit dem DOC-Investor McArthurGlen. Stadtplaner Robin Denstorff verknüpft in diesem Zusammenhang große Hoffnungen mit der Zukunftswerkstatt, in der ab der kommenden Woche mehr als 60 lokale Akteure Visionen entwickeln, wie die Stadt vom Einkaufsdorf profitieren kann.

"Wir dürfen dieses Thema nicht verschlafen. Das Schlimmste, was passieren könnte, ist, wenn das Outlet Center eröffnet und alle sind überrascht", mahnte er. Wer das Center zum ersten Mal besuche, werde sich vielleicht erstmal orientieren. Um dann spätestens beim nächsten Besuch Lennep und vielleicht auch Ziele in der Region zu entdecken. Diese Hoffnung hat auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Er habe diesbezüglich bereits mit den Nachbarstädten Hückeswagen, Wermelskirchen und Radevormwald gesprochen. "Sie haben ein großes Interesse daran, in einem möglichen Tourismusbüro in dem großen Center vertreten zu sein", sagte er.

Dazu erklärte gestern Rades Bürgermeister Johannes Mans, dass man bisher nur einmal kurz darüber gesprochen habe und es im zweiten Quartal ein weiteres Bürgermeister-Gespräch geben soll. Die Entscheidung für das DOC in der Nachbarschaft sei nun einmal getroffen. "Da müssen wir versuchen, vielleicht auch für uns etwas rauszuholen", sagte Mans und begründet dies auch mit zahlreichen Querverbindungen der vier Städte. Eine Aussage zu treffen, ob sich die Stadt an einem solchen Projekt beteiligen kann, dazu sei es noch zu früh. Klar sei, dass ein solches Projekt natürlich unter der Vorgabe einer positiven Kosten-Nutzen-Relation stehen müsse. Und dafür müsse natürlich auch die Politik eingebunden werden. Fazit für Mans: Es gibt ein theoretisches Interesse, das aber noch in keiner Weise konkretisiert ist.

Nicht ganz glücklich ist Ralf Wieber (CDU) als Vorsitzender des Marketingrats Remscheider Innenstadt, dass dieses Gremium von der anderen Seite von Lennep bei der Einladung nicht berücksichtigt wurde. "Ein Vertreter der Innenstadt sollte sich einbringen können." Robin Denstorff verwies auf die Teilnehmer aus Politik und Verwaltung, die die Remscheider City sicher nicht aus dem Auge verlieren würden.

Zuvor hatten Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, und Holger Piwowar, in gleicher Funktion beim Verein Bergisches Land Tourismus Marketing, die Tourismusentwicklung im Bergischen vorgestellt. Obgleich man sicher keine Urlaubsregion sei, sei der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In Bezug auf das Marketing sei es sinnvoll, "dass man das gemeinsam macht", sagte Piwowar in Bezug auf die Tourismusförderung der drei bergischen Großstädte. Über verschiedene Kanäle werden Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und Hotellerie beworben.

Immerhin hängen in der Region rund 8.100 Arbeitsplätze direkt mit der Branche zusammen. In Remscheid wird über den Tourismus rund 60 Millionen Euro Bruttoumsatz jährlich erzielt, den durchschnittlich knapp 2,8 Millionen Touristen in die Stadt bringen. Als Übernachtungsmöglichkeit ist die Werkzeugstadt Remscheid weiter auch bei Messetouristen beliebt, die hier weniger für die Unterbringung bezahlen müssen als in den Metropolen an Rhein und Ruhr.

Ob die Bettenzahl hinsichtlich des erwarteten Schubs für die örtlichen Hotels durch das DOC reiche, wollte Ausschussmitglied Jürgen Kurcharczyk (SPD) wissen. Im Moment habe die Auslastung noch Luft nach oben, erklärte Holger Piwowar. Eine Investition in die Zukunft hätten Betriebe wie der Wuppertaler Hof in Lennep und das Hotel-Restaurant Kromberg in Lüttringhausen mit ihrer jüngsten Aufwertung von Hotel- und Gasträumen gemacht. "Wer jetzt die Chance ergreift und investiert, wird künftig Erfolg haben", stimmte Bodo Middeldorf zu.

Quelle: RP
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