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Ostern Starke Frauen
Trotz Krebs Hoffnung für die Zukunft

Ostern Starke Frauen: Trotz Krebs Hoffnung für die Zukunft
Sabine Schmidt (vorne), Ute Neumann (Mitte) und Nadja Ferlic - sie alle tanken Kraft in dem 2010 gegründeten Gesprächskreis. FOTO: Hertgen
Radevormwald. 2010 gründete Sabine Schmidt ein wichtiges Netzwerk, das Betroffenen und Angehörigen Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs bietet, den Austausch unter Betroffenen fördert und Fragen rund um die tückische Krankheit beantwortet. Von Flora Treiber

Sabine Schmidt musste in ihrem Leben immer wieder gegen familiären Brustkrebs kämpfen. Ihre Mutter ist früh an der Krankheit gestorben, sie selber erkrankte im Alter von 40 Jahren an Brustkrebs. "Damals habe ich nach Informationen über familiären Brustkrebs gesucht und bin im Internet auf das BRCA-Netzwerk gestoßen. 2010 gab es dann eine Neugründung des Vereins und ich habe den Gesprächskreis Radevormwald ins Leben gerufen. Seit 2013 bin ich Vorstandsmitglied", berichtet sie von ihrer Tätigkeit.

Das Netzwerk bietet Betroffenen und Angehörigen Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs, macht den Austausch mit anderen Menschen in ähnlichen Lebenslagen möglich und hilft Fragen rund um die Krankheit zu beantworten. Für Sabine Schmidt war die Gründung des Radevormwalder Gesprächskreises vor sechs Jahren ein wichtiger Schritt und ist bis heute Teil ihres Alltages geblieben.

In den vergangenen Jahren sind ihr viele starke Frauen begegnet - und wenn sie in den Spiegel blickt, sieht sie selber eine von ihnen. "Der Wille, die Krankheit zu besiegen, bringt einen durch die schwere Zeit der Chemotherapie. Mir haben meine zwei Kinder und mein Mann Kraft gegeben", sagt die 48-Jährige. Sie denkt heute noch oft an ihre Mutter zurück, die trotz ihrer schweren Erkrankung aufmerksam geblieben und empathisch mit anderen Menschen umgegangen ist. "Sie hat jedes Mal großes Feingefühl bewiesen und klare Gedanken formuliert. Sie war stark."

Als sie selbst an Brustkrebs erkrankte, blieb der Vergleich mit dem Leidensweg ihrer Mutter nicht aus. "Natürlich weiß man nicht, ob man überleben wird. Meine Mutter konnte die Krankheit nicht besiegen. Mein Arzt hat mir damals geraten, ein klares Ziel für die Zeit nach den Therapien zu setzen. Das habe ich getan", sagt sie. Nachdem die Chemo- und Bestrahlungstherapie abgeschlossen war, konnte Sabine Schmidt die geplante Kreuzfahrt mit ihrem Mann machen. "Das war die schönste Reise meines Lebens." Für die Radevormwalderin ist jede Frau, die sich einer lebensbedrohlichen Krankheit, wie Brustkrebs, stellt, eine starke Frau.

Sie sieht das Leben jetzt anders. "Es gibt kein altes Leben mehr. Man sieht die Welt mit anderen Augen und geht behutsamer mit seiner Zeit um. Ich mache nichts mehr, das mich belastet oder eigentlich nicht interessiert. Manche Menschen sagen auch, ich bin egoistischer geworden."

Die Angst davor, dass der Brustkrebs zurückkehrt, kompensiert Sabine Schmidt mit viel Sport. "Ich habe auch während der Chemotherapie viel Sport getrieben und gearbeitet. Man muss in Bewegung bleiben."

Ihr Gesprächskreis, der einmal im Monat im Sana Krankenhaus an der Siepenstraße in Radevormwald stattfindet, hat in den vergangenen Jahren viele starke Frauen zusammengebracht. Gegenseitig helfen sie sich, hören einander zu und können dadurch besser mit ihrer Erkrankung umgehen. Sie geben sich gegenseitig seelischen Beistand, begleiten sich zu Untersuchungen und sind schon lange Freundinnen geworden.

"Krebs macht Angst und verändert Menschen. Man braucht Menschen, die das Gleiche durchgemacht haben", sagt Sabine Schmidt. Sie musste - wie viele andere Krebspatienten auch - die Erfahrung machen, dass nicht alle mit der Krankheit umgehen können. "Die meisten sind anfangs absolut überfordert", sagt sie.

Sabine Schmidt hat in den vergangenen Jahren viel Stärke für sich selbst, ihre Familie und viele andere Frauen bewiesen, die ihre Hilfe in Anspruch genommen und den Weg in den Radevormwalder Gesprächskreis gefunden haben.

Quelle: RP
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