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Radevormwald
Über Andheri armen Menschen helfen

Radevormwald: Über Andheri armen Menschen helfen
Zeit zum Stöbern beim Andheri-Basar im Caritashaus: Laura Braun (13) gehört zum Nachwuchs - hier im Gespräch mit Stephanie Muller, Eduard Freitag und Sohn Liam. Etwa 80 freiwillige Helfer arbeiten das ganze Jahr über, um den Basar ansprechend zu bestücken. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Wieder einmal öffnete sich am vergangenen Wochenende die Tür des Caritashauses für den beliebten Verkaufsbasar. Kleine Kunsthandwerke und süße Leckereien übten auf die zahlreichen Besucher eine magische Anziehungskraft aus. Von Sigrid Hedderich

Die Blicke von Stephanie Muller richten sich auf die dekorierten Wände im Caritashaus. Zahlreiche Figürchen - teils Fabeltiere, teils vorweihnachtliche Boten - geben den Ton an. Die junge Mutter scheint zu überlegen, was Söhnchen Liam erfreuen könnte. "Ich suche noch etwas Niedliches, um sein Kinderzimmer zu dekorieren", sagt sie und greift prüfend zu kleinen Wichtelmännern. Der kleine Liam auf dem Arm des Vaters scheint sich mehr für die vielen bunten Marmeladengläser zu interessieren, die verlockend auf einem Tisch stehen. Stephanie Muller hat keine Entscheidungsprobleme, sie geht mit dem Figürchen und einem Glas Erdbeermarmelade direkt zur Kasse. Der kleine Einkauf ist schnell getätigt, aber Zeit zum Stöbern gibt es auch noch. Die junge Familie besucht den Andheri-Basar, der jedes Jahr rund um den Feiertag Allerheiligen von der kleinen Andheri-Gruppe angeboten wird.

"Wir sind zwar nur ein kleines Grüppchen, der hier den Basar ausrichtet. Doch hinter uns steht eine riesige Gruppe an fleißigen Mitarbeitern und Helfern. Etwa 80 Menschen, schätze ich, werkeln das ganze Jahr über für uns und für unseren Basar", erzählt Simone Kreimendahl stolz. Zusammen mit Sigrid Sagolla (Organisation) und Stephanie Braun (Bastelarbeiten), setzt sie sich dafür ein, dass der Verkaufsbasar auch in Zukunft tatkräftig unterstützt wird. "Die vielen Leute, die nähen, stricken, basteln oder auch die Marmelade kochen und backen, arbeiten für eine wichtige Sache, ein Hilfsprojekt der Andheri Hilfe", erzählt sie. Das Trio hält die Fäden zusammen, verrichtet die aufwendige Organisationsarbeit und leitet letztlich auch das eingenommene Geld an die Hilfe der Ärmsten in Bangladesch. "Dort wird Hilfe zu Selbsthilfe gegeben", erklärt die Organisatorin.

Mit erkennbarer Freude beriet sie am Dienstag und Mittwoch die zahlreichen Basarbesucher beim Kauf von genähten Einkaufstaschen oder gestrickten Mützen. Das reichhaltige Angebot an kleinen gebastelten Kunstwerken sprach für sich. Hier zeigten sich anspruchsvolle Herbst- und Weihnachtsdekorationen, Fensterschmuck und Kinderspielzeug. Kleine "Mitbringsel" wie ein selbstgebasteltes Teebeutel-Büchlein oder die Tüte "Schneemann-Suppe" stießen bei den Besuchern auf Zuspruch. Papierrollen mit Geschichten und Tonfigürchen, Erdnuss-Männchen und "Liederbuch"-Papierengel ließen die Besucher staunen und wurden gerne von ihnen gekauft.

Der gemütliche Rundgang über den Verkaufsbasar konnte je nach Lust und Zeit mit einem Café-Besuch abgeschlossen werden. An kleinen Tischgruppen gab es selbst gebackenen Kuchen, Kaffee und Tee. Brennende Kerzen und leise Instrumentalmusik unterstrichen die gemütliche Basaratmosphäre. An beiden Tagen wurde der Basar gut besucht. Auch ein Ehrengast aus dem großen Kreis der Andheri Hilfe besuchte den Basar im Caritashaus. Rosi Gollmann, langjährige Vorsitzende der Hilfsorganisation und heute Ehrenvorsitzende, kam aus Bonn nach Radevormwald. Die 90-Jährige machte während der Heiligen Messe in der katholischen Pfarrkirche St. Marien auf die Dringlichkeit der Hilfsprojekte aufmerksam und berichtete von den ersten Erfolgen der Hilfsmaßnahmen. Später fand ein kleiner Austausch im Caritashaus statt.

"Wir freuen uns sehr, dass wir helfen können, Not zu lindern", sagte Simone Kreimendahl. Das Organisationstrio und die vielen Helfer im Hintergrund seien motiviert, weiter zu machen. "Im kommenden Jahr feiern wir unser 50-jähriges Bestehen. Dazu planen wir einen großen Basar über einen längeren Zeitraum und dann auch mit vielen Besonderheiten", sagte die engagierte Andheri-Mitarbeiterin.

Quelle: RP
 
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