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Radevormwald
Unterhaltsames Theater im Bürgerhaus

Radevormwald: Unterhaltsames Theater im Bürgerhaus
Das Ensemble des Westfälischen Landestheaters Castrop-Rauxel war in Rade zu Gast. FOTO: Landestheater
Radevormwald. Kabarettist Fritz Eckenga trifft auch als Theaterautor beim Kulturkreis den Geschmack des Publikums. Von Flora Treiber

Mit der Komödie "Nicht ganz drei Tage" von Fritz Eckenga lockte das Westfälische Landestheater am Mittwoch mehr Radevormwalder als bei anderen Veranstaltungen des Kulturkreises ins Bürgerhaus. Der aus dem Ruhrgebiet stammende Kabarettist, der aus zahlreichen Radiosendungen und als freier Autor bekannt ist, ist besonders für seinen bissigen und hintergründigen Humor bekannt. Besonders hintergründig war die Inszenierung von Ralf Ebeling zwar nicht, aber das Publikum genoss den Abend sichtlich. Denn gelacht wurde viel.

Das Bühnenbild, die vollkommene Darstellung einer provinziellen Pension, setzte den Rahmen für die Begegnung von vier Personen, die eigentlich nichts miteinander gemeinsam haben. Der eisige Nordwind des aufkommenden Schneesturms trieb die vier Charaktere zu "Driving home for Christmas" von Chris Rea ins "Börning". Guddi (Vesna Buljevic), die Pensionswirtin, empfing die Wettervorhersage bereits am frühen Abend über den örtlichen Radiosender.

Mit Anfang 50 hat sie sich im östlichen Münsterland niedergelassen und ist froh, ihre zwei Stammkunden, die bereits seit 20 Jahren bei ihr ein- und ausgehen, auch an diesem Winterabend zu begrüßen. Bernd Strohmeyer steckt in der bekannten Midlife-Crises. Der Handelsvertreter für Sicherheitstechnik - eher Zäune als Überwachungskameras - versteht sich als den letzten Moralisten dieser Welt. Burghard Braun brachte diese Figur authentisch auf die Rader Bühne. Dass es beruflich gerade nicht gut läuft, kann er erst ab 1,0 Promille zugeben. Zu groß ist die Angst von Dirk Hambacher als Guido Thurk ausgelacht zu werden. Der feiert nämlich gerade mit dem Vertrieb von Fertiggerichten einen Erfolg nach dem anderen. Die kleine Runde wird von Dr. Julia Faßbender gestört. Die junge Businessfrau (Samira Hempel) kommt auf den verschneiten Straßen nicht mehr weiter und muss notgezwungen im "Börnings" einkehren. Und zwar länger als ihr lieb ist. Schnell wird klar: Die Unternehmensberaterin, von den Männern als "Jungschnepfe" bezeichnet, führt gerade in Strohmeyers Firma einen "Restrukturierungsprozess" durch. Nach vorsichtiger Annäherung versuchen die vier Fremden sich gegenseitig zu helfen, Strohmeyers Job zu retten und auch familiäre Probleme gemeinsam zu lösen. Eine typische Vorweihnachtsgeschichte, die mit vielen witzigen Wortwechseln, wiederkehrenden Gags und dem Allheilmittel "Noch ein' nehmen" bei dem Publikum punktete.

Die Ausstattung des Stücks, die von Jeremias Vondrlik konstruiert wurde, passte genau zu der Handlung und transportierte dank vieler Details die Stimmung einer kleinen, etwas heruntergekommenen Pension. Ein leicht bekömmliches, unterhaltsames Theatererlebnis.

Quelle: RP
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