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Radevormwald
Unterkunft für 90 Flüchtlinge an der Peterstraße

Radevormwald: Unterkunft für 90 Flüchtlinge   an der Peterstraße
In das ehemalige Bêché-Verwaltungsgebäude sollen bis zu 90 Flüchtlinge einziehen. FOTO: Nico Hertgen
Radevormwald. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Bêché & Grohs in Hückeswagen hat die Stadt von der Volksbank Remscheid-Solingen gemietet, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Die ersten könnten Mitte Dezember einziehen. Von Stephan Büllesbach

Das Rätsel ist gelüftet: Es ist nicht etwa ein Seitentrakt des ehemaligen Marienhospitals in Hückeswagen, in dem die Stadt Flüchtlinge unterbringen will, wie es in der Stadt bereits kolportiert wurde. Vielmehr kann sie das ehemalige Bêché-Verwaltungsgebäude, Peterstraße 69-75, nutzen. Das Gebäude gehört ebenso wie das gesamte zur Wupper hin gelegene Industriegelände des 1997 in die Insolvenz gegangenen Traditionsunternehmens der Volksbank Remscheid-Solingen. Die wird die Räume jetzt entsprechend umbauen lassen, damit dort bis zu 90 Flüchtlinge - Einzelpersonen und Familien - untergebracht werden können. Das teilten Bürgermeister Dietmar Persian und Fachbereichsleiter Michael Kirch in einem Pressegespräch mit.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Der Verwaltungschef legte Wert auf die Feststellung: "Bei diesen Wohnungen handelt es sich nicht um eine Erstaufnahmeeinrichtung, wie es sie in anderen Städten des Oberbergischen Kreises bereits gibt." Dort kommen nur die Flüchtlinge unter, die noch registriert werden müssen und dann auf andere Kommunen verteilt werden. Die Menschen, die an der Peterstraße einquartiert werden, sind bereits registriert und ärztlich untersucht worden. Persian: "Die Wohnungen dienen dazu, Menschen, die länger in Hückeswagen bleiben werden, ein angemessenes Dach über dem Kopf zu bieten."

Zurzeit leben 208 Flüchtlinge in der Schloss-Stadt. Das Übergangswohnheim ist mit 39 Männern bereits seit längerem voll besetzt, im umgebauten ehemaligen Stadtarchiv leben 20 Menschen, für fünf weitere ist noch Platz. Dazu sind Flüchtlinge in vielen städtischen und privaten Wohnungen untergebracht. "Wir wissen aber, dass es nicht bei den 208 Menschen bleiben wird, sondern dass wir weitere Zuweisungen bekommen werden", betonte der Bürgermeister. So kommen monatlich etwa 40 Menschen nach Hückeswagen - "Tendenz steigend", sagte Persian. Daher sei es die vordringliche Aufgabe, Wohnraum zu schaffen.

Fotos: Traglufthalle für Flüchtlinge in Düsseldorf aufgebaut FOTO: dpa, fg jai

Eine große Entlastung dürfte daher das Angebot der Volksbank Remscheid-Solingen gewesen sein. Zwar sind laut deren Architekten Andreas Bona in dem Gebäude sechs, sieben Kleingewerbe-Treibende, die Räumlichkeiten angemietet haben. Diese werden nun auf andere Bereiche des Gewerbeparks verteilt, wo sie eine adäquate Miete zahlen. "Sie haben sich sehr kooperativ gezeigt", sagte Bona.

Andreas Otto, Mitglied des Vorstands, betonte: "Wir wollen mit der Vermietung keinen Riesenprofit erzielen und die Not der Kommune ausnutzen." Mit der Stadt sei daher ein fairer Mietpreis ausgehandelt worden - eine Aussage, die Persian bestätigte. Die Stadt ist ohnehin schon seit längerem Mieter der Volksbank, hat sie auf dem ehemaligen Bêché-Gelände doch eine Halle für den Bauhof angemietet. Jetzt ist eine weitere dazugekommen, wo etwa Betten für die Flüchtlinge eingelagert werden sollen.

Das Bêché-Hauptgebäude habe seit längerem leer gestanden und sei nur rudimentär genutzt worden, berichtete Otto. Mit der Vermietung will die Volksbank auch ihr Bekenntnis zum Standort Hückeswagen deutlich machen: "Der ist uns sehr wichtig", sagte das Vorstandsmitglied. Bevor das frühere Verwaltungsgebäude, in dem das Kolping-Bildungswerk zwischen 2004 und 2013 junge Menschen auf Beruf und Ausbildung vorbereitet hatte, als Wohnraum für Flüchtlinge genutzt werden kann, sind noch einige Umbauarbeiten notwendig. "Wir können dabei auf die ehemaligen gewerblich genutzten sanitären Einrichtungen zurückgreifen, die wieder reaktiviert werden", erläuterte Andreas Bona. Überhaupt sei die Fläche mit wenig Aufwand zu reaktivieren, sagte der Architekt. Die Kosten dafür seien überschaubar.

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Bis Mitte Dezember soll der Umbau abgeschlossen sein, dann könnten die ersten Menschen einziehen. Das Gebäude werde aber nicht auf einmal bezogen, machte Persian deutlich. Vielmehr sollen die Flüchtlinge nach und nach in dem Haus an der Peterstraße einquartiert werden. Der Bürgermeister versprach: "Bevor die ersten Bewohner einziehen, werden wir eine Informationsveranstaltung für die Anlieger machen."

Quelle: RP
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