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Radevormwald
Unterwegs in Rade mit der "Biomüll-Polizei"

Radevormwald. Der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) kontrolliert in diesen Wochen in der Stadt alle Biomülltonnen auf eine korrekte Befüllung. Die Kampagne soll zu einer richtigen Mülltrennung führen. Von Stephan Singer

Gerade bei heißem Wetter sind die Düfte, die beim Öffnen einer Biomülltonne in die Nase steigen, nicht die angenehmsten. Sara Segschneider hat sich daran gewöhnt - immerhin macht sie ihren Job unter freien Himmel, wo sich Gerüche schnell verflüchtigen.

Die Mitarbeiterin des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes (BAV) gehört zu den vier Aushilfskräften, die die Körperschaft eigens für die Kontrolle von Biomülltonnen eingestellt hat. Seit August 2016 ist die "Biomüll-Polizei" unterwegs, um nach und nach in den 21 Mitgliedskommunen des BAV-Gebietes einen Blick in die "braunen" Tonnen zu werfen. Zur Zeit läuft die Kontroll- und Informationskampagne in Radevormwald, wo unsere Redaktion sich mit auf den Weg machte. Der BAV will die Aktion bis zum Jahresende komplett abgeschlossen haben. Am frühen Morgen macht sich Sara Wegschneider auf den Weg. Frühmorgens klappert sie mit ihren Kollegen die Gebiete ab, in denen die Abfuhr des Biomülls an der Reihe ist. Dabei sitzt ihr die Zeit im Nacken, denn sie muss fertig sein, wenn die Abfuhr anrückt. "Die Entsorger können das nicht leisten. Die haben einen genauen Zeitplan einzuhalten", sagt Christoph Rösgen, Leiter der BAV-Abfallwirtschaft, der mit dem Amtsleiter der Kämmerei, Volker Uellenberg, einen Teil der Tour begleitet.

Bei dem Rundgang wird schnell klar: Nicht das, was die Menschen in die Biomülltonne werfen, ist das Problem, sondern die Verpackung, in der der Biomüll steckt. Immer wieder finden sich in den "braunen" Tonnen Kunststoffbeutel. Plastiktüten haben im Biomüll nichts zu suchen. "Auch nicht die, die im Handel als kompostierbar ausgewiesen sind", sagt Rösgen. Das hat mit der BAV-Kompostieranlage Leppe in Lindlar-Remshagen zu tun. Die verarbeitet den Biomüll in vier Wochen zu Kompost und erzeugt Biogas zur Gewinnung von "Grünem" Strom.

Das Problem: Die im Handel als kompostierbar gekennzeichneten Kunststoffbeutel zersetzen sich nicht innerhalb von einem Monat. Sie verstopfen in der Kompostieranlage die Filter, durch die der Biomüll, der zur Zersetzung in Wasser eingeweicht wird, fließt.

Aus Erfahrung weiß Sara Segschneider, wo problematisch befüllte Biomülltonnen am ehesten zu finden sind: "In Mehrfamilienhäusern, weil diese sich nicht einem Verursacher zuzuordnen sind."

Prompt entdeckt die Kontrolleurin ein Beispiel: In einer Tonne findet sich Biomüll, der in einer Papiertüte, einer Plastiktüte und einer Kunststofftüte mit Kompostierhinweis eingeworfen wurde. Sara Segschneider versieht die Tonne mit einer "gelben Karte": "Bitte zur nächsten Leerung korrekt sortieren!" Trotzdem leeren die Entsorger die Tonne. Aber: Ist bei der nächsten Kontrolle wieder nicht korrekt sortiert, gibt es die "rote Karte". Dann wird die Tonne nicht geleert. Rot bedeutet: "Leerung erfolgt erst nach korrekter Befüllung!"

Quelle: RP
 
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