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Radevormwald
Vandalen wüten auf katholischem Friedhof

Radevormwald: Vandalen wüten auf katholischem Friedhof
Ein Bild der Zerstörungswut: Unbekannte Vandalen wüteten in der Nacht zu Dienstag auf dem Friedhof der katholischen Gemeinde. FOTO: joachim rüttgen
Radevormwald. Zerbrochene Grablampen, zertrampelte Blumenbeete - ein Bild der Verwüstung an der Blumenstraße. Von Joachim Rüttgen

Als die Mitarbeiter von Herbert Rummenhöller gestern Morgen gegen 7.30 Uhr das Gelände des katholischen Friedhofs St. Marien an der Blumenstraße betreten, bietet sich ihnen entlang des Hauptweges zum katholischen Kindergarten ein Bild der Verwüstung. An zehn bis zwölf Gräbern haben bislang unbekannte Vandalen eine Spur der Zerstörung hinterlassen: zerschlagene Figuren, heruntergerissene Grablampen, zertrampelte Blumenbeete, dazu leere Getränkedosen und Müll.

"So schlimm war es noch nie", sagt der Grabpflegespezialist aus Önkfeld, der für die katholische Gemeinde die Pflege des Friedhofs und die Beerdigungstätigkeiten übernimmt. Ihm fehle jegliches Verständnis. In letzter Zeit würden seine Mitarbeiter immer häufiger leere Schnapsflaschen in den Mülleimern finden. Auch Klagen über grölende Menschen hört er immer mal wieder. "Das ist die wilde Zerstörungswut, die Zustände sind unhaltbar", meint Rummenhöller, der sofort die Polizei verständigt und Anzeige erstattet hat. Seine Mitarbeiter kümmern sich sogleich um die zerstörten Gräber. "Wir müssen jetzt aufräumen und werden den Grabbesitzern Lampen von abgelaufenen Gräbern als Ersatz anbieten", kündigt er an.

Eine ältere Dame kann es nicht fassen: "Die haben keine Ehrfurcht mehr vor den Toten. Das haben wir doch schon als Kinder gelernt", sagt sie. Da sei der Friedhof eine heilige Sache gewesen. So eine Zerstörung habe sie auf dem katholischen Friedhof noch nicht gesehen. Auf dem Friedhof der Lutherischen Gemeinde, auf dem ihre Eltern liegen, hätte es schon häufiger Vandalismus gegeben. "Die klauen sogar die Schnittblumen vom Grab", sagt sie.

Auch der an den Friedhof angrenzende Kindergarten der Katholischen Kirchengemeinde hat in letzter Zeit schlechte Erfahrungen mit ungebetenen Gästen gemacht. "Seit November 2016 wurde hier viermal eingebrochen", berichtet Leiterin Mariola Bujara. Erst vor kurzem hätten Unbekannte auf dem Außengelände die große Spielzeugbox umgekippt und Bänke umgeschmissen. Mittlerweile habe die Gemeinde reagiert und eine Alarmanlage installiert. "Jetzt fahren wir nicht mehr mit Angst zur Arbeit, denn der Schrecken und die Verunsicherung waren schon sehr groß", berichtet die Leiterin.

Quelle: RP
 
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