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Radevormwald
Verbundschule bleibt ohne Konrektor

Radevormwald: Verbundschule bleibt ohne Konrektor
Tanja Heynen, auf dem Foto mit Kinder der Betreuung in Bergerhof, ist kommissarische Leiterin der Verbundgrundschule Bergerhof/Wupper. FOTO: Michael Schütz
Radevormwald. Tanja Heynen heißt die neue kommissarische Leiterin der Verbundschule Bergerhof/Wupper. An beiden Standorten gehen ab heute 248 Kinder in elf Klassen zum Unterricht, betreut von zwölf Lehrern und einer Sonderschulpädagogin. Von Joachim Rüttgen

Tanja Heynen ist sich der gewaltigen Aufgabe bewusst. "Das ist eine Hausnummer und große Herausforderung für mich", sagt die 46-Jährige, die die Verbundschule Bergerhof/Wupper als kommissarische Leiterin führt. 248 Kinder (102 Wupper, 146 Bergerhof) in elf Klassen (fünf an der Wupper, sechs in Bergerhof) an zwei Standorten, dazu zwölf Lehrer und Sonderschulpädagogin Dorothea Dahl (ab sofort alleine für den Verbund im Einsatz und nicht mehr an der KGS) - und das alles alleine ohne Konrektorin.

Seit zwei Jahren hat ihre Vorgängerin Sonja Ebbinghaus sie eingeführt und mit ihr intensiv die Leitung einer Schule durchgespielt. "Aber jetzt ohne sie im Hintergrund ist es ein anderes Gefühl. Das wird knackig", sagt Tanja Heynen. Sonja Ebbinghaus hat aber angeboten, jederzeit mit Rat und Tat und wichtigen Tipps ihrer Nachfolgerin zu helfen. Auch zu Rainer Schaumburg pflegt Tanja Heynen einen freundschaftlichen Kontakt. "Er war mein Chef und ist bis heute ein Freund", sagt sie.

Normalerweise sollte eine Schulleitung ohne Konrektor keinen Unterricht mehr geben müssen, aber die 46-Jährige möchte auf keinen Fall ihre vierte Klasse an der Wupper abgeben, so dass sie im heute beginnenden Schuljahr viel zwischen den beiden Standorten pendeln wird. Ihre "rechte Hand" und Ansprechpartnerin an der Wupper für Eltern, Lehrer und Kinder ist Nicole Lorenz, in Bergerhof übernimmt Marina Konejung die Aufgabe.

"Ich möchte möglichst viel in Bergerhof sein, weil ich diesen Standort kaum kenne", sagt Tanja Heynen, deren Ernennung zur offiziellen Schulleiterin wohl nur noch ein formaler Akt ist. Schulkonferenz und Schulausschuss müssen der Personalie auch noch zustimmen. Die 46-Jährige möchte die bewährten Strukturen an der Verbundschule erhalten.

Ihr ist es wichtig, dass das Kollegium miteinander arbeitet und sich versteht. "Wenn sich die Kollegen verstehen, sind auch die Eltern zufrieden, und dann können wir auch die Betreuung noch enger verzahnen. Ich möchte Lehrer, Eltern und die Betreuung als Einheit zusammenführen", sagt die kommissarische Leitung. Da sie selbst Sport studiert hat, liegen ihr das Schwimmen sowie aktive Pausenzeiten sehr am Herzen. Pausenobst und diverse Spielsachen gibt es bereits, künftig möchte Tanja Heynen, dass sich die Kinder auch in den Fünf-Minuten-Pausen mehr bewegen können. Auch die Betreuung am Nachmittag soll sportlicher werden.

Eine große Aufgabe wird auch die Betreuung von Flüchtlingskindern sein: An der Wupper gibt es zurzeit sechs Kinder, in Bergerhof zehn. Pro Tag sollen die Mädchen und Jungen auch künftig ein bis zwei Stunden eine spezielle Deutsch-Förderung erhalten. "Dafür haben wir schon 2015 jede Menge Materialien gekauft, um eine optimale Förderung zu garantieren", sagt Tanja Heynen.

Ein weiterer Wunsch: Sie möchte den Namen der Schule am Standort Bergerhof gut sichtbar verewigen. Denn wer bislang das Gelände betritt, weiß gar nicht, um was für eine Schule es sich an der Lessingstraße handelt.

Außerdem plant die kommissarische Leiterin, das Schulleben durch Klassenfahrten aufzulockern. Ihr Motto: Lieber ein paar Fahrten mehr und gerne auch über mehrere Tage. "Denn Klassenfahrten gehören zum Schulleben", sagt sie. Da sei Miteinander angesagt, bei dem jeder jedem helfe. An der Wupper würden die dritten Klassen meist für ein bis drei Tage in die nähere Umgebung fahren und die vierten Klassen für eine Woche auf die Nordseeinsel Wangerooge. Das wünscht sie sich auch für den Standort Bergerhof und möchte das Gespräch mit den Eltern suchen.

Zum Schulkonzept an der Wupper gehört auch Tanja Heynens Therapiehund Lotta, ein Gordonsetter, der regelmäßig mit in den Unterricht geht. In Bergerhof soll er zumindest im Büro liegen. "Ich hoffe, dass sich das auch hier einbürgert und auch Bergerhof einen Therapiehund hat", sagt sie.

Die nächsten größeren Aktionen sind auch schon in Planung: ein Sporttag und der St. Martins-Zug.

Quelle: RP
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