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Radevormwald
Verein sucht neuen Bürgerbus - Erdgas oder Benzin?

Radevormwald. Der Dieselskandal hat den Bürgerbusverein ins Grübeln gebracht. Für einen neuen Bus sucht der Vorstand Alternativen. Von Joachim Rüttgen

Ein Autokauf ist kein leichtes Unterfangen. Das stellt zurzeit der Vorstand des Bürgerbusvereins fest. Seit sechs Jahren fahren die Mitglieder erfolgreich mit Erdgas. Da das Land nach sieben Jahren eine Neuanschaffung mit einem Zuschuss unterstützt, soll es also 2018 einen neuen Bus geben. Welche Antriebsart es sein wird, steht indes überhaupt noch nicht fest. Das Problem: Nach dem Dieselskandal dürfte dieser Treibstoff keine Alternative sein. "Elektro" ist nach Angaben von Pressesprecher Wolfgang Schneidewind mit 100.000 Euro fast doppelt so teuer wie der jetzige Erdgas-Bus und mithin nicht finanzierbar für den kleinen Verein. Außerdem seien die Batterien so schwer, dass der komplette Bus mehr als 3,5 Tonnen wiegen würde - "und dann gibt es Probleme mit den Führerscheinen, fast alle Fahrer würden uns dann wegfallen, weil sie keine Erlaubnis haben, ein solch schweres Gefährt zu lenken", sagt Schneidewind. Auch wenn das Land die Förderrichtlinien geändert habe und es bei einem Kauf eines Busses im Wert von 50.000 Euro einen Zuschuss von 5000 Euro geben würde, sei dies nur eine kleine Hilfe. Der Bürgerbusverein schwankt derzeit zwischen einem Crafter (VW) und einem Sprinter (Mercedes) - Preis: 40.000 bis 50.000 Euro je nach Ausstattung. "Die Mehrwertsteuer können wir absetzen", sagt Schneidewind. Nun gebe es zurzeit die Info, dass es künftig keinen Erdgasbus mehr geben könnte, also braucht der Bürgerbusverein Alternativen.

"Diesel wird es geben, aber diesen Sprit wollen wir eigentlich nicht, zumal der Zusatzstoff zur Reduzierung der Schadstoffe auch nicht den gewünschten Effekt hat", sagt Schneidewind. Außerdem seien die Tanks für diesen Zusatz zu klein. Also läuft die Recherche nach dem richtigen Bus für Radevormwald weiter auf Hochtouren. "Wenn wir etwas Passendes gefunden haben, legen wir das der OVAG vor, auf die dann der neue Bus zugelassen wird", sagt Schneidewind. Die Zeit drängt bereits ein wenig, schließlich könne die Vorlaufzeit schon mal bis zu sechs Monate dauern. Seit Anfang des Jahres gibt es nach Angaben von Schneidewind zwar mehr Zuschüsse für Erdgasautos, "aber was nützt uns das, wenn es keine entsprechenden Fahrzeuge mehr gibt?", fragt sich der Pressesprecher des Bürgerbusvereins. Deshalb befinde sich der Vorstand weiter in der Findungsphase.

Fest steht, dass der neue Bus bescheiden ausgestattet sein soll: acht Plätze, mindestens Platz für drei Rollatoren, ausfahrbare Trittstufe, Türöffner vom Fahrersitz aus und eine zusätzliche Haltestange. Rollstuhlgerechte Busse gibt es laut Schneidewind auch, aber dafür gebe es keinen Bedarf in Rade.

Quelle: RP
 
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