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Radevormwald
Verwaltung berät über mögliche Erstaufnahme von Flüchtlingen

Radevormwald: Verwaltung berät über mögliche Erstaufnahme von Flüchtlingen
Mit Tüchern wird versucht zu improvisieren und zu testen, wie abgetrennte Bereiche in der Sporthalle entstehen könnten. FOTO: Nico Hertgen
Radevormwald. Die Sporthalle der Realschule ist jetzt seit einer Woche gesperrt. "Wir bereiten uns vor, dass wir vorbereitet wären, wenn wir die Verfügung aus Köln von der Bezirksregierung bekämen, dass wir Flüchtlinge als Erstaufnahmestadt aufnehmen müssten", sagt Jochen Knorz vom Fachbereich Soziales und Ordnung. Von Wolfgang Scholl

Im Falle der verpflichtenden Aufnahme würde die Stadt versuchen, ihren Vorsorgeplan, der derzeit erarbeitet wird, in die Tat umzusetzen.

Noch ist aber nicht alles vorbereitet. Das Deutsche Rote Kreuz der Stadt hat am vergangenen Wochenende Mitarbeiter gesucht für die Betreuung von Flüchtlingen. "Das bedeutet, dass wir diese Helfer noch nicht haben", sagt Knorz, der auch berichtet, dass in der Stadt inzwischen 273 Flüchtlinge wohnen. Zu diesen könnten demnächst noch Flüchtlinge in einer Erstaufnahme hinzukommen, die in Rade registriert, untersucht und mit dem Nötigsten versorgt werden.

Da die Sporthalle im Schulzentrum liegt, haben Vertreter der Schulleitungen mit Bürgermeister Johannes Mans, Jochen Knorz und Sönke Eichner vom Fachbereich Jugend und Bildung zusammengesessen. "Wir haben darüber gesprochen, dass die Schulleiter und Lehrer die Schüler und die Eltern informieren sollen", sagt Eichner. So wird die Sporthalle Gymnasium derzeit gedrittelt, damit alle Schulen möglichst viel Sportunterricht erteilen können. "Wir wollen die Schüler auch dafür sensibilisieren, dass sie nicht aus Neugier die Sporthalle II als eine Art Tourismus belagern. Wenn die Flüchtlinge kommen, sollen sie dort erst einmal ihre Ruhe haben", sagt Eichner.

Um dieses zu erleichtern, hat die Stadt beschlossen, den Haupteingang zur Sporthalle I bis auf Weiteres an die frühere Stelle (gegenüber des Theodor-Heuss-Gymnasiums, Aufgang zur Tribüne) zu legen. Dadurch wird es weniger Berührungspunkte geben. Mit Bauzäunen soll die Sporthalle II abgetrennt werden. Der Stadtsportverband und die Schulen sind zudem aufgefordert worden, ihre Sportgeräte aus der Halle herauszuholen. Von der Stadt ist den Vereinen inzwischen mitgeteilt worden, dass die Halle vorsorglich auf nichtabsehbare Zeit für Veranstaltungen gesperrt ist.

Quelle: RP