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Radevormwald
Viel Zuspruch fürs Kinderhospiz Burgholz

Radevormwald: Viel Zuspruch fürs Kinderhospiz Burgholz
Kerstin Wülfing, Christel Jüdt, Christoph Humburg, Shabnam Arzt und Ruth Heinisch machen sich für das Bergische Kinder- und Jugendhospiz stark. Das Haus, das in Burgholz Platz für zehn Kinder und ihre Familien bietet, ist sehr stark nachgefragt und auch für Radevormwald zuständig. FOTO: Martin Kempner
Radevormwald. Das im März 2015 eröffnete Haus kann auf die Unterstützung von 26.000 Spendern bauen ist bis zum Ende des Jahres bereits so gut wie ausgebucht. Mehr als 180 Kinder haben dort mit ihren Familien seither ein zweites Zuhause gefunden. Von Günter Tewes

Die Familie hat die Diagnose nach der Geburt ihres Kindes bekommen. 13 Jahre alt ist ihre Tochter geworden. Sie starb vor eineinhalb Jahren. "Jeder Tag war ein Geschenk für uns", sagt Shabnam Arzt über die gemeinsame Zeit mit ihrem schwer erkrankten Kind, in der die Familie seit dem siebten Lebensjahr des Mädchens immer einmal wieder auch in einem Kinderhospiz aufgefangen werden und neue Kraft schöpfen konnte.

"Die Arbeit dort ist ein Segen", hat die 42-jährige die Fürsorge in der schwierigen Zeit ganz persönlich erlebt. Davon gibt die Solingerin etwas zurück. "Mit Herz und Seele" engagiert sie sich nun für das Kinder- und Jugendhospiz Burgholz. Shabnam Arzt ist neues Vorstandsmitglied der Stiftung und hat in dem wichtigen Gremium den aus Altersgründen ausgeschiedenen Erich Bethe abgelöst. Mit Caritas-Chef Christoph Humburg als weiteres Mitglied neben dem Wuppertaler Diakonie-Direktor Martin Hamburger wird der Vorstand des Bergischen Kinder- und Jugendhospizes jetzt von zwei Solingern vertreten.

Im März vergangenen Jahres wurde das Haus in Cronenberg an der Stadtgrenze zu Solingen eröffnet. Seither haben schon mehr als 180 Familien in Burgholz ein zweites Zuhause gefunden. "Wir sind bis zum Ende des Jahres bereits zu 80 Prozent belegt", sagt Kerstin Wülfing von der Geschäftsführung über den Zuspruch und damit freilich auch über den Bedarf bei den Familien, der die Erwartungen bei Weitem übertrifft. Die Einrichtung, die Platz für zehn Kinder und ihre Familien bietet, ist für die nächsten Monate quasi ausgebucht. Denn es müssen für den Notfall stets auch Betten freigehalten werden.

Das Hospiz ist ein Ort, an dem schwerstkranke Kinder schöne Momente und Lebensfreude genießen können, an dem ihre Eltern auch einmal Eltern sein können, nicht Pflegende - und es ist zugleich ein Haus für Trauer und Abschied. 14 Kinder, die im Bergischen Hospiz gelebt haben, sind in den 15 Monaten bereits verstorben.

Auch ihrer Familie, sagt Shabnam Arzt, sei es damals sehr schwer gefallen, ein Hospiz das erste Mal zu betreten. Als es schließlich geschah, war sie überrascht: "Das ist kein Ort zum Sterben; das ist ein Ort zum Leben und Leben-Teilen."

26.000 Spender - von der Schulklasse, einem Geburtstagskind, das auf Geschenke zugunsten der Einrichtung verzichtete, bis zu einer großen Firma - haben den Bau und den Betrieb der Einrichtung schon ermöglicht. All diese Förderer haben bislang bereits gut zehn Millionen Euro für das Bergische Kinder- und Jugendhospiz gespendet, davon gut 7,5 Millionen Euro, um das von viel Wald umgebene Haus in Burgholz zu errichten. "Wir sind froh, das Wagnis eingegangen zu sein", erklärte Christoph Humburg. Für den laufenden Betrieb wird auch weiterhin Unterstützung benötigt, zwischen 700.000 und 900.000 Euro Jahr für Jahr.

Ruth Heinisch und Christel Jüdt, Botschafterinnen der Kinderhospiz-Stiftung in der Klingenstadt, sind dankbar über die immense Spendenbereitschaft. "Die Solinger haben ein großes Herz." Ihr Eindruck: Die Einrichtung ist innerlich angenommen worden und zu einem Vorzeigeprojekt im Bergischen geworden. Heinisch und Jüdt wollen nun einen festen Freundeskreis an Unterstützern aufbauen, der, so der Wunsch, kontinuierlich wächst.

Quelle: RP
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