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Radevormwald
Viele Erinnerungen an die Kommunion

Radevormwald. Nach einer feierlichen Messe in St. Marien trafen sich am Sonntagmittag 34 Jubilare, die vor 50 oder 70 Jahren die Erste Heilige Kommunion empfangen hatten. Der pensionierte Lehrer Hermann Löffler überraschte mit seinen Anekdötchen. Von Sigrid Hedderich

Die Freude des Wiedersehens war den vielen Jubilaren deutlich ins Gesicht geschrieben. Schon im Foyer des Caritashauses begrüßten sie sich herzlich und reichten alte Fotos herum. Die Jubelkommunion stand erneut am ersten Sonntag nach Ostern, dem "Weißen Sonntag", im Jahresprogramm der katholischen Pfarrgemeinde von St. Marien und Josef in Radevormwald.

"Es war vor 50 Jahren auch der Weiße Sonntag, als wir zum ersten Mal die Kommunion empfingen", erinnerte sich Monika Ziehr, geborene Schwanz. Sie kann sich noch an viele Einzelheiten an ihrem großen Ehrentag erinnern. "Wir Mädchen trugen alle ein weißes Kränzchen aus Stoffblüten im Haar. Mein Kränzchen habe ich gut aufgehoben und es mir erst kürzlich wieder angeschaut", erzählte sie. Auch an ihre Feier kann sie sich gut erinnern. "Wir haben mit der ganzen Familie gemütlich zuhause gefeiert. Als Geschenke bekam ich einen Weihwasserkrug und auch ein kleines Weihwasserbecken zum Aufhängen", sagte die Jubilarin. Um sie herum versammelten sich ehemalige Schulkameradinnen, die ebenfalls zu den Jubilaren gehörten. Auch sie erinnerten sich an Geschenke, Holzkreuze oder Heiligenbilder auf den Gabentischen, wie auch an Dinge für die Aussteuer. "Es gab auch viele Blumen für uns Kinder. Und auch Bücher", zählte Karin Zech, geborene Lips auf. Die Frauen amüsierten sich über die damaligen Bräuche und Gegebenheiten, die mit den Kommunionsfeiern verbunden waren. Karin Zech reichte ein kleines Fotoalbum herum. Gruppenbilder waren da zu sehen, auf denen Kinder aus der Schulklasse, wie auch später vor der Kirche als Kommunionskinder zu erkennen waren. Die fröhliche Stimmung wird dann ganz plötzlich etwas gedämpfter. Die Fotos scheinen auch Erinnerungen wachzurufen, die schmerzlich sind. "Aus dem Kommunionsjahr 1965 fehlen heute insgesamt acht Kinder, die 1971 beim schrecklichen Eisenbahnunglück ums Leben kamen. Im vergangenen Jahr waren es drei Jubilare, im kommenden Jahr werden es sechs sein, die durch das Unglück fehlen", sagte Vera Sebastian vom Festauschuss. Sie betonte, dass den Verstorbenen bei den Jubilarfeiern gedacht werde und diese allen ehrenvoll im Gedächtnis bleiben.

Auch für Michael Freimuth ist die Feier mit etwas wehmütigen Erinnerungen verbunden. "Ich bin am 25. April 1965 mit meiner Zwillingsschwester Eva-Maria zur Ersten Heiligen Kommunion gegangen. Sie war krank und starb nur drei Jahre später. An einem Tag wie heute sind die Erinnerungen eben wieder ganz nah", sagte der Jubilar.

1965 gingen 36 Jungen und 48 Mädchen in Rade zur Kommunion. Pastor Paul Zimmer unterrichtete die Kinder und gestaltete die Festmesse. Am Sonntag kamen 27 Jubilare, die vor 50 Jahren und sieben Jubilare, die vor 70 Jahren zur Kommunion gingen, ins Caritashaus.

Hermann Löffler ging 1947 zur Kommunion. Der pensionierte Lehrer überraschte seine ehemaligen Schülerinnen mit seinem Kommen und seinen kleinen Anekdötchen. Nach der Festmesse in St. Marien und der Begrüßung durch Gemeinderatsmitglied Gerhard Stets gab es für die Jubilare bei Kaffee und Schnittchen Gelegenheit zum Plaudern. "Wir waren eine fröhliche, liebe und folgsame Truppe. Unsinn haben wir nicht gemacht, sondern haben den Kommunionsunterricht stets sehr ernst genommen", sagte Karin Zech.

Pastor Marc Dominik Klein freute sich über die Tradition der Jubelkommunion und dankte dem Festausschuss für die Organisation.

Quelle: RP
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