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Radevormwald
Viele Flüchtlinge kennen Erste Hilfe aus ihrer Heimat überhaupt nicht

Radevormwald: Viele Flüchtlinge kennen Erste Hilfe aus ihrer Heimat überhaupt nicht
So klappt es mit der stabilen Seitenlage: Martina Orichel von den Maltesern zeigte den Flüchtlingen die richtigen Handgriffe. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Reanimation, Defibrillator, stabile Seitenlage oder Wundversorgung sollten eigentlich jedem ein Begriff sein. Immerhin sind sie grundlegend in der Ersten Hilfe. Von Anna Mazzalupi

Für den Iraker Firas Jamal Khuder (25) und den Syrer Mhd Khair Jabra (21) sind die Wörter noch etwas schwer. Doch die Handgriffe, etwa das richtige Beatmen oder Einwickeln in eine Decke, sitzen bei den beiden schon ganz gut. "In der Realität ist es immer noch mal etwas anders. Aber wenn man das oft genug gemacht hat, kann man das sicher auch gut anwenden", sagte Mhd Khair Jabra überzeugt.

Und darum ging es bei dem Erste-Hilfe-Kursus für Flüchtlinge auch, den die Malteser mit der Ehrenamtsinitiative Weitblick am Samstag zum ersten Mal im Mehrzweckraum des Bürgerhauses anboten. Zwölf Flüchtlinge mit einem dauerhaften Aufenthalt sowie drei Flüchtlingshelfer nahmen teil und lernten alles, was man als Ersthelfer in einer Notsituation wissen und beherzigen sollte.

Die Idee zu dem Angebot stammt von Horst Kirschsieper, Standortlotse von Weitblick, und Martina Orichel, Koordinatorin Ehrenamt für den Oberbergischen Kreis bei den Maltesern. "Wir haben gemeinsam überlegt, was wir für die Flüchtlinge tun können. Bei der Ersten Hilfe steht der Mensch an erster Stelle, unabhängig von Geschlecht oder Konfession", sagte Orichel. Die Teilnahme ist kostenlos, da der Kursus durch Fördermittel des Projekts "Malteser Integrationslotsen - lernen voneinander, leben miteinander" finanziert wird. Weitere Aktionen sollen folgen.

Kursusleiter Christian Schelle erklärte die Abläufe, bevor er sie gemeinsam mit Kollegin Meriem Schachtschabel an der Übungspuppe demonstrierte. Falls die sprachliche Hürde wegen der Fachbegriffe zu groß war, half Schachtschabel aus, die Arabisch und Französisch spricht. Für die Teilnehmer aus Syrien, Irak, Ägypten, Afghanistan, Armenien, Eritrea und Guinea war die Erste Hilfe etwas Neues, weil sie das so aus der Heimat nicht kannten.

Ägypter Mohamed Abdelbari (31) lebt seit drei Jahren in Deutschland. "Mir gefällt der Kursus gut, weil man Menschen helfen kann", sagte er. Seine neuerworbenen Kenntnisse kann er sogar für den Beruf gebrauchen. Denn er macht eine Ausbildung zum Kinderpfleger. Abdelbari weiß nun, wie wichtig das Überstrecken des Kopfes ist, damit die Atemwege frei sind.

Überrascht hat ihn, genauso wie die anderen Teilnehmer, allerdings etwas anders: Dass man abgetrennte Körperteile, etwa einen Finger, wieder annähen kann und deshalb nicht wegwerfen sollte.

Quelle: RP
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